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Turgi AG: Skulptur «Flexible Dynamik» ist wieder zu sehen

Stadt Baden
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Baden,

Das Werk von Albert Siegenthaler musste dem Umbau des Brown-Boveri-Platzes in Baden weichen. Nun steht es renoviert im Wendehammer der Spinnerei in Turgi AG.

Turgi AG
Die farbenfrohe Skulptur «Flexible Dynamik» von Albert Siegenthaler an ihrem neuen Standort. - zVg

Das Werk des Künstlers Albert Siegenthaler musste der Neugestaltung des Brown-Boveri-Platzes weichen. Nun erstrahlt es frisch renoviert und neu platziert im Wendehammer vor der Spinnerei in Turgi in neuem Glanz.

Mit dem Start der Bauarbeiten musste die Skulptur ihren prominenten Standort auf dem Brown-Boveri-Platz abgeben und eingelagert werden. Die integrale Neugestaltung und Umnutzung des Platzes zu einem Eventort machte die Suche nach einem neuen Standort erforderlich. Seit der Fusion gehört auch Turgi zum Stadtgebiet und erweitert den Perimeter für die Kunst im öffentlichen Raum.

Für Steffi Kessler, Stadträtin Ressort Kultur, ist klar: «Kunst im öffentlichen Raum macht Kultur für alle zugänglich und trägt zur Identität und Lebensqualität unserer Stadt bei.»

Neue Platzierung mit Bezug zur Historie

Mit der Platzierung im Wendehammer der Spinnerei Turgi (Spinnereistrasse 5) bereichert das Kunstwerk die Umgebung der neuen Sprachheilschule ZASS. Zudem stellt es einen Bezug zur Historie der heutigen Gewerbeliegenschaft, ehemals Bürogebäude der BBC/ABB her.

Das Werk wurde dem Künstler Albert Siegenthaler 1970 von der Brown Boveri Company (BBC), heute Asea Brown Boveri (ABB) als Aufwertung der Umgebung des Bürohauses «Verenaäcker» in Auftrag gegeben. Später fand es seinen Standort auf dem Brown-Boveri-Platz, erhoben zur Haselstrasse gut einsehbar. Seit 2005 befindet sich die Skulptur als Schenkung der ABB im Eigentum der Stadt.

Stadträtin Steffi Kessler ist zufrieden: «Es freut mich sehr, dass das farbenfrohe Werk wieder im öffentlichen Raum erlebbar ist. Die Skulptur lädt dazu ein, den Ort immer wieder neu zu entdecken und unterstützt die kulturelle Vielfalt unserer Stadt.»

Das Werk «flexible Dynamik»

«Flexible Dynamik», entstanden 1975, gehört in die Werkserie «Dialogue/Rencontre» (Dialog /Zusammentreffen) von Albert Siegenthaler. Die mit auffälligen Farben bemalte Skulptur erweckt einen geometrisch-plakativen Eindruck. Bewegt sich der Betrachtende, so wirken je nach Standpunkt und Perspektive die bunten Flächen und Zwischenräume trotz identischer Abmessung sehr unterschiedlich, sprich dynamisch.

Symmetrien lösen sich auf, die Formen verändern sich scheinbar. Die Skulptur besteht aus zwei getrennten, formal identischen Teilen, wobei die Farben rot und gelb vertauscht sind und damit bei der Betrachtung für Verwirrung sorgen. Die Werkteile wirken je nach Blickwinkel getrennt oder miteinander verbunden.

Die Bemalung der durchgehend grünen Kanten, das Spiel mit dem perspektivischen Verzug und dem Farbwechsel sowie die gespiegelte Setzung der beiden Teile zueinander machen die Skulptur spielerisch und nicht so einfach fassbar.

Albert Siegentahler, Schweizer Bildhauer und Plastiker

Albert Siegenthaler, der am 5. Oktober 1938 in Endingen geborene und in Stilli aufgewachsene Künstler, absolvierte von 1953 bis 1958 in Olten eine Steinhauerlehre und besuchte Steinfachkurse an der Kunstgewerbeschule in St. Gallen. Anschliessend war er für ein Jahr Tages- und für zwei Jahre Abendschüler an der Kunstgewerbeschule in Zürich.

Von 1960 bis 1963 hielt sich der Künstler an der Ecole national supérieur des beaux-arts in Paris auf. Dort entwickelte er seine eigene Bildsprache, weg vom Figurativen hin zu abstrakten, organischen Formen, vorerst in Stein und Holz.

1962 heiratete er in Paris die englische Bildhauerin Gillian White. 1963 erfolgte der Umzug nach London, wo beide an der Bauhütte der Westminster Abbey arbeiteten. Von 1965 bis 1966 erhielt Siegenthaler ein Gaststipendium am Royal College of Art. Ab Mitte der 1960er-Jahre schuf er vorwiegend farbige Metallplastiken, die sich stilistisch zwischen Pop Art und konkreter Kunst bewegen.

Siegenthaler erhielt 1964, 1965 und 1967 ein eidgenössisches Kunststipendium sowie 1965 den Kunstpreis des Aargauer Kunstvereins. Auch engagierte er sich in der Aargauer Kunsthauskommission, in der Beratungsstelle Kunst am Bau von «Pro Aargovia», in der Schulpflege in Stilli sowie im Vorstand der Musikschule. Albert Siegenthaler stellte seine Werke in zahlreichen Gruppenausstellungen aus.

Zudem organisierte er zusammen mit anderen Künstlern im Badener «Trudelhaus» die Gruppenausstellung «Aargau 70» mit Werken jüngerer Künstler.

Nach der Geburt des zweiten Kindes siedelte Siegenthaler 1977 von London in die Schweiz über, wo er sich mit seiner Familie in Leibstadt niederliess. Albert Siegenthaler schuf nebst Holz, Stein, Plexiglas und weiteren Kunststoffen, mehrheitlich Metallplastiken für den öffentlichen Raum.

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