Der TV Baden spielt gegen den SG GS/Kadetten Espoirs Schaffhausen 28:27 (13:14).
Handball (Symbolbild)
Handball (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/AP/HERIBERT PROEPPER

Städtli 1 dreht das Spiel gegen die Schaffhauser Espoirs in der Schlussphase zu seinen Gunsten – mit einem begeisternden Publikum im Rücken.

Revanche war angesagt in der Aue Baden. Revanche für die deutliche 35:27-Niederlage letztes Jahr in Schaffhausen.

Auf die tatkräftige Unterstützung diverser NLA-Spieler wie Mehdi Ben Romdhane, Nikola Cvijetic oder Marian Teubert, die damals 20 der 35 Tore erzielten, konnten die Schaffhauser Espoirs diesmal nicht zählen. Prompt gerieten sie in der Startphase kräftig unter Druck.

Städtli wollte offensichtlich besseren Handball zeigen als noch vor Wochenfrist und präsentierte sich in den ersten Minuten von der besten Seite. Wenigstens so lange, bis der gegnerische Torhüter endgültig warmgeschossen war. Dann reihte sich plötzlich Fehlschuss an technischen Fehler, und der Badener Schnellzug geriet deutlich ins Stottern.

Nach einer Viertelstunde war es um die Führung der Gastgeber geschehen. Neun Minuten später lag man 5 Zähler hinten. Immerhin: Zur Halbzeit hatten sich die Stadtturner wieder bis auf ein Tor herangekämpft und mit dem Anschlusstreffer in letzter Sekunde ein zugiges Loch ins Schaffhauser Nervenkostüm gerissen.

Dem Wiederanpfiff folgte ein spannender Schlagabtausch auf Augenhöhe. Städtli kämpfte mit dem Gegner, sich selbst, den Schiris. Schaffhausen blieb seiner Linie treu, bekundete aber zusehends Mühe, den Weg zum Tor zu finden und lag trotzdem stets ein, zwei Tore vorn. Bis die wenigen zugelassenen Badener Fans ein schönes Stück Hexenkessel in die Aue zurückbrachten und dem Heimteam damit den entscheidenden Adrenalinschub verliehen: In der 57. Minute das 27:27, in der 59. Minute das 28:27 – getragen von der lautstarken Begeisterung auf den Rängen drehten die Stadtturner zum zweiten Mal in Folge ein knappes Spiel in den letzten Minuten.

Welche Freude, wieder vor Publikum spielen zu dürfen! Emotionen zu spüren, statt nur das Quietschen der eigenen Sohlen zu hören! Die magischen Schlussminuten in der Aue machten richtig Lust auf die kommende Saison unter hoffentlich früheren Verhältnissen.

Zwei Spiele, vier Punkte: Städtli 1 ist auf gutem Weg, die gegenstandslose «Entscheidungsrunde» als erweiterte Vorbereitung für 2021/22 zu nutzen. Fortschritte sind erkennbar, Verbesserungspotenzial gibt es noch zur Genüge. Am Donnerstag steht bereits das letzte Heimspiel der Saison an: ab 20:15 Uhr gegen Möhlin. Eine weitere Revanche, die erneut maximal 50 Zuschauerinnen und Zuschauer live vor Ort geniessen dürfen.