Die Jahresrechnung 2021 der Stadt Arbon schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 2'956'030,67 Franken ab.
Altstadt Arbon.
Altstadt Arbon. - Nau.ch / Miriam Danielsson

Die Erfolgsrechnung 2021 der Stadt Arbon schliesst bei 55,330 Millionen Franken Erträgen und 52,374 Millionen Franken Aufwendungen mit einem Ertragsüberschuss von 2'956'030,67 Franken ab. Das Budget 2021 sah ein kleines Plus von 48'000 Franken vor.

Die gewichtigsten Gründe für das gute Ergebnis liegen einerseits in den gegenüber den Prognosen tieferen Nettokosten in der Sozialhilfe sowie den gegenüber dem Budget höheren Steuereinnahmen für das Jahr 2021.

Per 31. Dezember 2021 weist die Stadt Arbon im Eigenkapital einen Bilanzüberschuss von rund 15,620 Millionen Franken aus. Dieser Bilanzüberschuss dient ausschliesslich zur Abdeckung von allfälligen Aufwandüberschüssen der Erfolgsrechnung in den folgenden Jahren. Mit dem Blick auf ein hohes Eigenkapital kann längerfristig eine gute Finanzlage sichergestellt werden.

Sozialhilfekosten trotz Pandemie stabil

In der Budgetierung für das Jahr 2021 ging man aufgrund der Pandemielage von steigenden Fallzahlen und Kosten für die Sozialhilfe aus. Wie sich nun zeigt, haben die Massnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden während der Pandemie gewirkt, und die Fallzahlen waren bei der Sozialhilfe im vergangenen Jahr stabil.

Die Rückerstattungsquote hält sich auf einem hohen Niveau. Diese gesamthaft positive Entwicklung spiegelt sich in den stagnierenden Kosten wider. Der budgetierte Nettoaufwand im Bereich der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe konnte 2021 um 1,212 Millionen Franken und im Bereich Asylwesen um 238'093 Franken unterschritten werden.

Steuereinnahmen gegenüber Vorjahr stabil

Auf der Ertragsseite konnten die Budgetwerte 2021 der ordentlichen Steuern um rund 0,95 Millionen Franken übertroffen werden. Haupttreiber waren hier die Einnahmen von natürlichen Personen aus dem Berichtsjahr sowie die Nachsteuern von juristischen Personen.

Ebenfalls übertrafen die Einnahmen der Grundstückgewinnsteuern die Prognosen. Diese haben mit 1,02 Millionen Franken das Budget um 169'000 Franken übertroffen. Nach dem Rückgang der Steuereinnahmen aufgrund der Unternehmenssteuerreform im Jahr 2020 zeigen sich die Einnahmen von juristischen Personen stabil.

Die Steuerkraft in der Stadt Arbon ist von 1887 Franken pro Einwohner auf 1852 Franken gesunken. Gegenüber dem Kanton Thurgau hat sich die Schere der Steuerkraft weiter geöffnet. Der kantonale Durchschnitt ist auf 2209 Franken gestiegen (Vorjahr 2162).

Gesundheitskosten bleiben eine Herausforderung

Die Kosten in der ambulanten ebenso wie in der stationären Pflege stellen auch 2021 eine hohe Belastung für den Finanzhaushalt dar. Die Beiträge an die Langzeitpflege von 1,426 Millionen Franken sind gegenüber dem Vorjahr stagniert, wobei die Prognosen weiter mit steigenden Gesundheitskosten rechnen.

Die Beiträge an die ambulante Krankenpflege (Spitex RegioArbon) nahmen wie im Vorjahr weiter stark zu (2021: 1,76 Millionen Franken / 2020: 1,54 Millionen Franken). Die Kostensteigerungen sind teilweise auf die Pandemielage zurückzuführen (höhere Personalkosten), aber auch auf die demografische Entwicklung von Arbon als kantonales Zentrum im Thurgau.

Investitionen fallen geringer aus

Die Investitionsrechnung 2021 schliesst mit Nettoinvestitionen in der Höhe von 2,343 Millionen Franken ab, budgetiert waren 4,377 Millionen Franken. Abweichungen gegenüber dem Budget zeigen vor allem die Bereiche Gemeindestrassen und Abwasserbeseitigung.

Da die Aktivierungsgrenze seit der Einführung von HRM2 bei 100'000 Franken liegt, werden viele Erneuerungs- und Sanierungsarbeiten direkt über die Erfolgsrechnung gebucht.

Gesamthaft wurden über die Unterhaltskonten der Erfolgsrechnung Projekte im Umfang von rund 1,2 Millionen Franken abgerechnet. Der Selbstfinanzierungsgrad ist aufgrund des guten Ergebnisses mit 268,9 Prozent wieder deutlich über dem mittelfristigen Zielwert von durchschnittlich 100 Prozent.

Nettovermögen pro Einwohner ist gewachsen

Trotz des guten Jahresergebnisses und der guten Liquiditätslage verzichtete die Stadt Arbon auf die Rückzahlung von kurzfristigen Darlehen. Die gute Zinslage (Minus-Zins) erlaubte es der Stadt, die Darlehen kostenneutral zu führen und anderen Körperschaften auf dem Gemeindegebiet Arbon Liquidität zu sehr guten Konditionen anzubieten.

Für die Finanzierung des Grundstückkaufs «Rietli» über das Landkreditkonto wurde für die langfristige Planung eine langfristige Finanzierung angestrebt. Dafür hat die Stadt Arbon Finanzmittel über 10 Millionen Franken aufgenommen, wodurch die Bruttoschulden zugenommen haben. Die Stadt Arbon kann per 31. Dezember 2021 ein Nettovermögen pro Einwohner von rund 403 Franken ausweisen (Vorjahr: rund 213 Franken).

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