Haslen AI: Schule führt künftig wieder Doppelklassen
Die Schülerzahlen in Schlatt-Haslen AI erreichen mit 107 Kindern ihren Höhepunkt und sinken danach auf 80 bis 90. Der Schulrat setzt deshalb auf Doppelklassen.

Anlässlich der Schulgemeindeversammlung vom 26. März 2026 haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger dem Antrag des Schulrates zugestimmt, den Kindergarten nach einer entsprechenden Umbauphase in Haslen zu unterrichten. Unmittelbar nach dieser Abstimmung über die Schulstandorte nahm der Schulrat die Arbeiten zum pädagogischen Konzept auf. Dabei geht es in erster Linie um Fragestellungen rund um den eigentlichen Schulbetrieb, wie zum Beispiel pädagogische Aspekte, Unterrichtsmodelle, Einrichtungen aber auch um den benötigten Raum für einen zeitgemässen Unterricht.
Vertreterinnen und Vertreter des Schulrates, der Lehrerschaft und die Schulleitung befassten sich, unter der Leitung von Eva Graf von der Firma Konkret GmbH, mit dem pädagogischen Konzept. Während diesem Prozess durften wir verschiedene Schulen mit unterschiedlichen Unterrichtsmodellen besuchen bzw. hospitieren. Dadurch erhielten wir Einblicke in andere Schulen, die teilweise vor ähnlichen Herausforderungen stehen oder mit komplett anderen Modellen unterrichten.
Aktuell befinden wir uns in der Entscheidungsphase des Konzeptes und befassen uns mit den damit einhergehenden Abklärungen. Was sich aber bereits jetzt abzeichnet, ist die künftige Art der Klassenführung.
Doppelklasse als Antwort auf schwankende Schülerzahlen
Während den letzten Jahren stiegen unsere Schülerzahlen kontinuierlich an, weshalb wir laufend weitere Klassen einzeln zu führen begannen. Mit dem laufenden Schuljahr werden wir nun den Peak mit 107 Schülerinnen und Schülern erreicht haben. Mit Blick auf die nächsten fünf Jahre, werden die Schülerzahlen auf rund 80 bis 90 Schülerinnen und Schüler zurückgehen.
Um diese schwankenden Schülerzahlen besser auffangen zu können, haben wir uns entschieden, künftig wieder Doppelklassen zu führen.
Die erwachsenen Leserinnen und Leser, welche in Haslen zur Schule gegangen sind, mögen nun sagen: «Genau wie früher». Doch so wie früher wird es nicht mehr werden. Es wird keine Schulzimmer geben, bei denen die Pulte in Reih und Glied stehen und die Lehrperson frontal unterrichtet.
Heute geht man stärker auf die einzelnen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler ein. Heute weiss man, Kinder lernen besser, wenn sie eine für sie passende und bequeme Körperhaltung einnehmen dürfen. Die Kinder sollen im Klassenzimmer genügend Platz zur Verfügung haben, sodass sie sich ihren Platz, beispielsweise beim freien Arbeiten, selbst aussuchen und sich gegebenenfalls auch einmal zurückziehen können.
Im Vordergrund steht die individuelle Vielfalt jedes einzelnen Kindes. Was Sie werte Leserin, werter Leser sicherlich bestätigen können: Nicht jedes Kind lernt wie das andere. Die einen brauchen mehr Bewegung, die anderen lernen besser im Liegen, im Stehen oder in Gruppen usw. Heute versucht man stärker auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einzugehen, indem heilpädagogische Fachpersonen und Klassenassistenzen zusätzlich zur Lehrperson eingesetzt werden, um letztere auch zu entlasten.
Unterricht in einer Doppelklasse ist heute in vielerlei Hinsicht anders als noch vor wenigen Jahrzehnten.
Raumkonzept
Nach den beiden Workshops zur Schulraumstrategie im Frühjahr 2025 haben wir uns, unter der Leitung von Katharina Lenggenhager von der Schulraumplanung.ch, mit der Schulraumplanung in Schlatt und in Haslen befasst. Ziel war es, verschiedene Varianten zu prüfen und aufzuzeigen, wo der Schulbetrieb künftig stattfinden könnte. Nach dem Entscheid, den Schulbetrieb in Haslen zusammenzuführen, haben wir uns konkret mit den möglichen Varianten für die Nutzung der Gebäude in Haslen auseinandergesetzt.
Zudem haben wir bei der RESCANX GmbH, vertreten durch Thomas Rempfler, die Gebäudeaufnahmen der Schulhäuser in Schlatt und Haslen sowie des Schwesternhauses in Auftrag gegeben.
Aktuell werden die gescannten Gebäudedaten der Liegenschaften in Haslen durch die Thomas Rusch Bauplanung GmbH digitalisiert. Gleichzeitig werden die beiden Liegenschaften hinsichtlich ihres Sanierungsbedarfs überprüft. Diese Abklärungen bilden die Grundlage für eine Grobkostenschätzung im Rahmen der Machbarkeitsstudie.
Gemäss den bereits durchgeführten Schadstoffuntersuchungen drängen sich während des laufenden Schulbetriebs keine Sofortmassnahmen zur Beseitigung von Schadstoffen auf. Bei baulichen Massnahmen werden jedoch Schadstoffsanierungen notwendig sein, welche durch eine von der Suva anerkannte Sanierungsfirma ausgeführt werden müssen.
Weiteres Vorgehen
Gerne werden wir Sie anlässlich einer Orientierungsversammlung am 2. März 2027 um 20 Uhr in der Turnhalle Haslen weiter über das laufende Projekt informieren. Bis zu diesem Zeitpunkt werden wir weitere Abklärungen und Planungsschritte vorantreiben. Sollten Ihrerseits Fragen bestehen, zögern Sie nicht, mit uns in Kontakt zu treten.







