Durch einen grösseren Ertragsüberschuss, beschliesst der Stadtrat eine rasche Unterstützung für Covid-19 betroffene Institutionen.
Jedes fünfte KMU in der Schweiz hat wegen der Coronakrise vom Bund abgesicherte Überbrückungskredite in Anspruch genommen. (Symbolbild)
Jedes fünfte KMU in der Schweiz hat wegen der Coronakrise vom Bund abgesicherte Überbrückungskredite in Anspruch genommen. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Eine freudige Überraschung steht am Anfang dieser Geschichte. Der Stadtrat von Diessenhofen stellte fest, dass die Rechnung 2020 mit einem grösseren Ertragsüberschuss schloss als erwartet. Bald war der Gedanke geboren, einen erheblichen Betrag zugunsten jener Unternehmen und Institutionen zu sprechen, denen Covid-19 besonders übel mitgespielt hatte. Rasch gelangte man zur Meinung, dieses Geld schnell und einfach jenen Körperschaften zuzusprechen.

Für Einzelpersonen in Notlagen komme ja die Sozialhilfe zum Zug. Einmütig beschloss der Stadtrat, für die Covid-19-Unterstützung 40000 Franken bereitzustellen. «Wie diskutierten im Stadtrat über die Verteilung und beschlossen, dass die Hilfe in folgenden vier Feldern erfolgen soll», führt Stadtpräsident Markus Birk weiter aus.

Hilfe für Gastronomen und andere Unternehmer

Zum einen ist dies in die Gastronomie, die durch die Schliessung besonders hart betroffen ist. «Aufgrund der Initiative von Tourismus Diessenhofen existiert ja bereits ein Beizen-Hilfsfonds», sagt Birk, «da hinein fliessen nun 10000 Franken, die gemäss des vorgegebenen Schlüssels unter die Diessen- hofer Restaurants verteilt werden».

Zum zweiten sind einheimi sche Gewerbe und Industrie arg gebeutelt. Weitere 10000 Franken gehen somit an den Industrie- und Gewerbeverein Diessenhofen IGVD, der für die Verteilung an seine Mitglieder sorgt. Der Stadtrat Diessenhofen hat beschlossen, dem Industrie und Gewerbeverein Region Diessenhofen (IGVD) 10000 Franken zukommen zu lassen. Als Nutzniesser sind in der Gemeinde Diessenhofen ansässige Unternehmen vorgesehen.

Laut Renzo Mascherin, dem Präsidenten der IGVD, sollen aus dem Vereinsvermögen der IGVD ebenfallls 5000 bis 10000 Franken fliessen, damit auch weitere, im Bezirk Diessenhofen beheimatete und in Not geratene Unternehmen auf Gesuch hin unterstützt werden können.

Unterstützung für Kunst und Kulturschaffende

Für viele Künstler und Kulturschaffende war der Einbruch der Pandemie verheerend. Der Wegfall von Veranstaltungen wie Ausstellungen und Konzerten bedeutet für sie das Wegbrechen ihrer Existenzgrundlage. Freilich wird auch ihnen wie den oben genannten Bezügern vom Bund Hilfe zugesagt, doch bis diese eintrifft, steht manchen das Wasser bis zum Hals. Hier auf Gemeindeebene die Hand zu reichen, ist dem Diessenhofer Stadtrat ein zentrales Anliegen.

Somit fliessen weitere 10 000 Franken in den bereits existierenden «Kulturpool», den die drei Gemeindepräsidenten/innen Marianna Frei in Schlatt, Peter Mathys in Basadingen-Schlattingen und Markus Birk in Diessenhofen verwalten. Dieser Kulturpool wird je zur Hälfte von Gemeinde und Kanton gespeist. Birk hofft, dass entsprechend des Zustupfs aus der Gemeindekasse auch der Kanton seinen Beitrag erhöhen wird.

Übrige Berechtigte

Als viertes Investitionsfeld sieht der Stadtrat all jene Institutionen, die von den oben genannten Kategorien nicht erfasst werden und durch das Raster fallen. Der Stadtpräsident denkt dabei an all die Vereine, die mit ihren Aktivitäten wie der Jugendförderung für den sozialen Kitt in der Gemeinde sorgen und wegen der coronabedingten Massnahmen die Anlässe nicht durchführen konnten, die sonst die Vereinskasse füllen.

Als Beispiele seien hier etwa das Altstadtfest der Stadtmusik Diessenhofen oder die Fasnacht der «Rhyalgen» genannt, Veranstaltungen, die normalerweise Farbtupfer im Kalenderjahr darstellen und eben auch finanziell wichtig für das Weiterbestehen der Vereine sind. Bis am 20. April 2021 können Anträge für Unterstützung an den Stadtrat Diessenhofen gestellt werden. An der kommenden Stadtratssitzung wird dann über die Verteilung entschieden werden.

«Für uns Stadträte ist die schnelle und wirksame Verteilung der Gelder an die Betroffenen massgebend» betont Markus Birk. Gleichzeitig würde es ihn freuen, wenn auch andere Gemeinden ähnliche Wege wie Diessenhofen bei ihrer Hilfe an Covid-19-Betroffene beschritten.

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