Zu wenig Interesse: Jungbürgerfeier wird abgeschafft
Wegen niedriger Teilnehmerzahlen entfällt die traditionelle Jungbürgerfeier in Altstätten dauerhaft. Die Mittel fliessen nun in Jugend- und Freizeitprojekte.

Eigentlich hätten die Jungbürgerinnen und -bürger heuer an einer «Casino Night» gefeiert, informiert die Stadt Altstätten. Die Stadt lud zur Jungbürgerfeier am 19. September ein. Doch nur 35 von 250 Jugendlichen meldeten sich an.
Der Stadtrat hat sich daher entschieden, die Feier abzusagen und auch künftig darauf zu verzichten – denn bereits in den letzten Jahren war das Interesse gering.
«Wir haben vieles ausprobiert, um den Anlass attraktiv zu machen – vom DJ-Abend im Soirée über einen Comedy-Auftritt von Kiko bis nun hin zur Casino Night mit Roulette und Black Jack», sagt Stadtpräsident Ruedi Mattle.
«Doch die Volljährigkeit und politische Mündigkeit gemeinsam mit dem Stadtrat zu feiern, scheint heute weniger wichtig zu sein. Das gilt es zu respektieren – und so auch langjährige Traditionen zu hinterfragen und aufzugeben.»
Kosten nicht mehr verhältnismässig
Rund 6000 Franken waren für den diesjährigen Anlass budgetiert. Bei 35 Teilnehmenden wären das über 170 Franken pro Person gewesen. Das war für den Stadtrat nicht mehr verhältnismässig.
Deshalb wird die Jungbürgerfeier auch künftig nicht mehr durchgeführt. Denn auch in den Jahren zuvor hatten sich nicht mehr Jugendliche dazu angemeldet, selbst nachdem zwei Jahrgänge zusammengelegt wurden.
Die Jungbürgerinnen und -bürger, die sich zur Feier angemeldet hatten, durften sich dennoch freuen: Die Stadt schenkte ihnen einen Gutschein im Wert von 50 Franken, wahlweise zum Bummeln im Städtli, für Luftsprünge im Tanoshii Funark oder einen Sprung ins kühle Nass im Frei- und Hallenbad aquaRii.
Altstätten investiert in Freizeitangebote für Jugendliche
Die Stadt möchte das Geld künftig dort einsetzen, wo es mehr bewegt: in neue und bestehende Freizeitangebote. «Uns ist es wichtig, dass sich die Jugend in Altstätten wohlfühlt und Freiräume hat», betont Stadtpräsident Ruedi Mattle.
«Darum investieren wir in Projekte wie den Pumptrack oder die neuen Mountainbike-Routen – für eine Stadt, in der man gerne verweilt, arbeitet und lebt auch über Generationen.»