Am Freitagabend musste die Kantonspolizei Uri Ausnahmetransport begleiten. Im Monat kommt es zu rund 25 Ausnahmetransport-Begleiten durch die Kantonspolizei.
Ausnahmetransport Manover
Ausnahmetransport Manover - Kantonspolizei Uri

Es ist ein später Abend anfangs April, es ist dunkel und kühl. Um diese Zeit sind wahrscheinlich die meisten Leute zuhause in ihren warmen Wohnungen und erholen sich von ihrem Arbeitstag. Nicht so die Mitarbeitenden der Kantonspolizei Uri.

Für sie beginnt die Arbeit erst jetzt. Denn Donnerstag ist eine von vielen Nächten, in welchen die Mitarbeitenden, die sonst im Schwerverkehrszentrum arbeiten, einen Ausnahmetransport begleiten. Eine herausfordernde und spannende Arbeit zugleich.

Ausnahmetransporte überschreiten die rechtlichen Vorgaben

Ausnahmetransporte sind Fahrzeugkombinationen, welche die rechtlichen Vorgaben, beispielsweise zu Höchstmass und Gewicht, überschreiten. Sie dürfen deshalb nur mit einer Sonderbewilligung und mit Begleitfahrzeugen auf öffentlichen Strassen verkehren.

Oftmals ist dies der Fall, wenn besonders grosse oder schwere Güter von A nach B transportiert werden müssen. So am Donnerstag, wo ein Trafo von einem Umspannwerk in Amsteg bis in den Kanton Aargau transportiert werden muss.

Am Donnerstag erfolgte ein Ausnahmetransport

Die insgesamt 19-achsige Fahrzeugkombination weist eine Länge von 47 Meter, eine Breite von 3.5 Meter sowie eine Höhe von 4.4 Meter auf und bringt über 200 Tonnen auf die Waage.

Dieses Gewicht ist selbst für erfahrene Begleiter aussergewöhnlich, weshalb derartige Strassentransporte auch als «Königsklasse» bezeichnet werden.

Nachdem das Transportunternehmen die Bewilligungen von Bund und Kantonen eingeholt hat, wurde der Transport in Absprache mit der Kantonspolizei Uri auf Donnerstagabend festgelegt.

Die Fahrzeugkombination wird von der Polizei geprüft

Amsteg, 21.30 Uhr, es gilt ernst. Die Mitarbeitenden der Kantonspolizei nehmen einen ersten Augenschein auf die Fahrzeugkombination. Sie prüfen den technischen Zustand sowie die Ladungssicherung und besprechen sich, wie sie die bevorstehenden Strassensperrungen angehen.

Anschliessend findet eine Absprache zwischen allen involvierten Einsatzkräften statt. Konkrete Aufträge werden verteilt. Kurz danach beginnt der ungewöhnliche Transport. Der LKW-Lenker manövriert die Fahrzeugkombination rückwärts aus dem Firmengelände.

Der Ausnahmetransport ist fast zu gross für die Strassen

Dabei ist die Zusammenarbeit aller gefordert. Der Verkehr muss gesichert werden, Signalisationspfosten werden kurzzeitig entfernt und Transporthelfer weisen den Lenker beim Manövrieren exakt an.

Flankiert von zwei Polizeiautos und mehreren privaten Ausnahmetransportbegleitern fährt der Schwertransporter dann los Richtung Autobahn. Mit nur wenigen Zentimetern Freiraum rollt der Ausnahmetransport rückwärts unter der Autobahnbrücke durch.

Eine Herausforderung stellte sich vor der A2 Auffahrt

Vor der Auffahrt auf die A2 muss die Polizei den Verkehr kurz anhalten, damit das Fahrzeug auf die Schnellstrasse einbiegen kann. Von dort fährt die Fahrzeugkolonne mit Tempo 60 Richtung Norden.

Doch zu übersehen ist der Fahrzeugtross nicht, die gelben Blinklichter der Begleitfahrzeuge lässt ihn schon von der Ferne erkennen.

Der Kreisel sowie den Flüelertunnel wurden gesperrt

Flüelen, 22.30 Uhr, das nächste Manöver wartet beim Kreisel in Flüelen. Die Polizeikräfte haben die Zufahrten zum Kreisel sowie den Flüelertunnel bereits gesperrt, damit der Sondertransport die Stelle passieren kann.

Ein 47-Meter langes Fahrzeug um einen Kreisel zu zirkeln, erfordert viel Erfahrung, Fingerspitzengefühl und Absprache zwischen allen Beteiligten. So schafft es die Fahrzeugkombination, ohne Zwischenfälle auf der linken Seite um den Kreisel in den Flüelertunnel zu fahren.

Die Axenstrasse musste nicht vollständig gesperrt werden

Anschliessend startet die Fahrt Richtung Axenstrasse. Die voranfahrenden Polizeifahrzeuge stoppen den Gegenverkehr auf der Axenstrasse etappenweise. Damit kommen sich Ausnahmetransport und Individualverkehr nicht in die Quere und die Axenstrasse muss nicht vollständig gesperrt werden.

Doch man merkt, dass es nicht eine gewöhnliche Fahrt ist, denn entlang der gesamten Strecke sieht man immer wieder das gelbe Blinklicht.

Ab dem Schwyzer Kantonsgebiet fährt der Transport ohne die Polizei weiter

Brunnen, 23 Uhr, die Fahrzeugkolonne trifft im Schwyzer Kantonsgebiet ein. Von dort kann der Transport ohne die Polizei weiterfahren – begleitet wird er aber weiterhin von privaten Begleitfahrzeugen.

Damit ist die Arbeit der Mitarbeitenden der Kantonspolizei Uri beendet. Sie freuen sich, dass der Transport, wie geplant durchgeführt werden konnte und das ungewöhnliche Fahrzeug ohne Zwischenfälle das erste Etappenziel erreicht hat.

Im Monat kommt es zu rund 25 Ausnahmetransport-Begleiten

Im Kanton Uri gilt für einige besondere Streckenabschnitte zwingend eine Begleitung durch die Polizei - insbesondere, wenn Streckensperrungen vollzogen werden wie bei der Axenstrasse oder im Gotthard- und Seelisbergtunnel.

Ebenso ist der Begleit bei ausserordentlichen Transportdimensionen, Ausmass, Gewicht, bei geringer Geschwindigkeit, an besonderen Gefah-renstellen oder dem Gefahrenpotential von Verkehrsmanövern, wie das Einfahren auf die Gegenfahrbahn auf Hochleistungsstrassen, notwendig.

Pro Monat kommt es dadurch zu rund 25 Ausnahmetransport-Begleiten durch die Kantonspolizei Uri.

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