Dätwyler mit Umsatzrückgang und Reinverlust im ersten Halbjahr

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    Uri,

    Der Urner Industriekonzern Dätwyler hat im ersten Halbjahr 2020 weniger Umsatz erzielt als im Vorjahr und auch weniger verdient.

    Die Produktionsanlage der Dätwyler AG in Altdorf.
    Die Produktionsanlage der Dätwyler AG in Altdorf. - Keystone

    Der Urner Industriekonzern Dätwyler hat im ersten Halbjahr 2020 weniger Umsatz erzielt als im Vorjahr und auch weniger verdient. Der Grossteil des Umsatzrückgangs ist auf die Veräusserung der Marken Distrelec und Nedis zurückzuführen, die Corona-Krise liess die Verkäufe aber auch organisch schrumpfen.

    Da das Unternehmen im vergangenen Dezember eine strategische Neuausrichtung mit Fokus auf den Bereich Dichtungslösungen (Sealing Solutions) angekündigt und die beiden Distributionsunternehmen Distrelec und Nedis mit grossen Verlust verkauft hat, ist der Vergleich der aktuellen Zahlen mit dem Vorjahr nur bedingt möglich. Der Fokus liegt deshalb auf dem fortgeführten Geschäft, zu dem neben der Sparte Sealing Solutions (mit Healtcare und Industrial Solutions) noch der Online-Distributor Reichelt gehört, der allerdings dereinst auch verkauft werden soll.

    Der Umsatz reduzierte sich um 22,7 Prozent auf 545,7 Millionen Franken. Im fortgeführten Geschäft ergab sich ein währungsbereinigtes Minus von 5,2 Prozent auf 488,6 Millionen. Man sei wegen der Covid-Pandemie mit ausserordentlich schwierigen Entwicklungen konfrontiert gewesen, teilte der Konzern am Dienstag mit. Trotz den staatlich verordneten Einschränkungen sei es aber gelungen, die «Lieferfähigkeit jederzeit zu gewährleisten».

    Auch auf Gewinnstufe hinterliess die Corona-Krise deutliche Spuren. Der um Sonderfaktoren adjustierte Betriebsgewinn (Ebit) brach um 28,6 Prozent auf 65,1 Millionen ein.

    Im Dezember hatte Dätwyler wegen des Verkaufs von Distrelec und Nedis einen nicht-liquiditätswirksamen Verlust von insgesamt rund 670 Millionen Franken angekündigt. Davon wurde ein Teil bereits 2019 verbucht, 468 Millionen fallen aber auf das Ergebnis 2020. Der ausgewiesene Ebit inklusive dieser Einmalkosten liegt deshalb mit -399,4 Millionen klar im negativen Bereich, ebenso das Reinergebnis mit -421,7 Millionen.

    Der Ausblick auf das zweite Semester 2020 ist gemischt. Für die Business Units Mobility, Öl+Gas sowie generelle Industrie innerhalb der Division Industrial Soutions sieht sich Dätwyler gezwungen, die Kapazitäten und Kostenstrukturen weiter an die tiefere Nachfrage anzupassen. Im Geschäftsfeld Healthcare Solutions sei dagegen wegen des hohen Auftragsbestands mit der Verlängerung des Wachstumstrends zu rechnen. Hier verzeichnet Dätwyler gar positive Impulse von der Corona-Krise.

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