Über hundert Mal sind Care-Teams aus Luzern und Uri im vergangenen Jahr ausgerückt, um Personen bei Vorfällen seelisch zu unterstützen. Während in Luzern die Zahl der Einsätze tiefer war als in den Vorjahren, hatten das Urner Care-Team überdurchschnittlich viel zu tun.
Care-Team
Ein Care-Team bei einer Übung. - keystone

In Luzern stellen die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche gemeinsam mit dem Kanton Luzern das Notfallseelsorge-Angebot zur Verfügung. 2021 standen die 38 Teammitglieder 82-Mal im Einsatz und leisteten während 800 Stunden psychologische und seelsorgerliche Unterstützung, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst.

Das war deutlich weniger als in den drei Vorjahren, als sie stets über 90 Einsätze leisteten. Auch 2021 wurden die Care-Teams am häufigsten bei ausserordentlichen Todesfällen gerufen, nämlich 24 Mal. Das sind beispielsweise plötzliches Herzversagen in der Öffentlichkeit oder daheim.

Die Zahl der Einsätze bei Suiziden stieg im Vorjahresvergleich von 15 auf 19, bei Verkehrsunfällen sank die Zahl im gleichen Zeitraum von 14 auf 9. Zudem gab es weniger Einsätze bei Freizeitunfällen und bei Gewalt. Die Luzerner Notfallseelsorgenden rückten zu einem Grosseinsatz aus wegen eines Suizids eines Jugendlichen.

Im Kanton Luzern sind täglich zwei Care Givers auf Pikett. Aufgeboten werden sie vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr. Sie sind innerhalb von maximal 45 Minuten am Einsatzort.

Im Kanton Uri besteht das Care Team aus acht Personen. 2021 leisteten sie insgesamt 22 Einsätze, was doppelt so viel gewesen ist wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, wie das Urner Amt für Gesundheit mitteilte. Die meisten Einsätze betrafen Freizeitunfälle, Suizide und andere aussergewöhnliche Todesfälle.

In direktem Zusammenhang mit Covid-19 musste ein Einsatz geleistet werden. Die Einsätze dauerten jeweils zwischen einer und mehreren Stunden. Je nach Einsatzart wurden ein bis vier Teammitglieder aufgeboten. Die Arbeit unter den Corona-Einschränkungen seien besonders herausfordernd gewesen, heisst es in der Mitteilung.

Im laufenden Jahr will das Care-Team die Zusammenarbeit mit den Care-Teams aus den Kantonen Schwyz und Nidwalden als direkte Nachbarn intensivieren.

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