Wüest Partner sieht Schweizer Wohneigentumsmarkt weiter robust

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Bern,

Der Schweizer Wohneigentumsmarkt bleibt trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten robust. Die Preise sind laut Wüest Partner weitgehend durch die wirtschaftlichen Fundamentaldaten gedeckt. Eine grössere Korrektur zeichnet sich derzeit nicht ab.

wohneigentum
Der Schweizer Wohneigentumsmarkt ist trotz weltweiter Unsicherheiten laut Wüest Partner robust. - keystone

Zu diesem Schluss kommt der Immobilienspezialist in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Ende 2025 lagen die Preise für Einfamilienhäuser demnach lediglich 1,6 Prozent über dem errechneten Fundamentalwert. Bei Eigentumswohnungen betrug die Abweichung 8,2 Prozent.

Regional zeigen sich dabei Unterschiede. Bei Einfamilienhäusern weisen insbesondere Appenzell Innerrhoden und Graubünden grössere Abweichungen vom Fundamentalwert auf. Bei Eigentumswohnungen gilt dies unter anderem für Neuenburg, Graubünden, Freiburg und den Jura. Von einer breiten Fehlbewertung könne aber keine Rede sein.

Das Überbewertungsrisiko schätzen die Experten von Wüest Partner für die gesamte Schweiz gering bis moderat ein. Zwar habe sich bei Eigentumswohnungen über die letzten zwei Jahrzehnte eine Bewertungslücke geöffnet. In den letzten zehn Jahren sei diese aber kaum mehr gewachsen.

Auch für die kommenden Jahre bleibt der Ausblick am Markt für Wohneigentum grundsätzlich positiv. In vier von fünf von Wüest Partner untersuchten Konjunkturszenarien steigen die Preise für Wohneigentum bis 2028 weiter.

Dies gilt laut der Studie selbst bei einer moderaten Rezession, da Wohnungsknappheit und tiefe Zinsen die Nachfrage stützen würden. Auch im Stagflationsszenario dürften die Preise weiter steigen. Sinkende Preise wären dagegen erst bei einer ausgesprochen ungünstigen Kombination aus einer schweren Rezession, Deflation und einem Bevölkerungsrückgang zu erwarten, hiess es.

Kurzfristig hält der Preisauftrieb an. Die Transaktionspreise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen stiegen im zweiten Quartal 2026 jeweils um rund 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und damit stärker als von Wüest Partner erwartet.

Vor allem bei Eigentumswohnungen bleibt das Angebot knapp. Einem Nachfrageindex von 126 Punkten steht ein Angebotsindex von lediglich 73 Punkten gegenüber. Da weiterhin nur wenig neues Wohneigentum projektiert wird, dürfte sich daran vorerst wenig ändern.

Beim gesamten Wohnungsbau zeichnet sich hingegen eine Trendwende ab. In den vergangenen vier Quartalen wurden rund 52'000 Wohnungen zum Bau bewilligt, so viele wie zuletzt Ende 2018. Der Zuwachs geht aber vollständig auf das Mietwohnungssegment zurück, wo die Bewilligungen um 11 Prozent zulegten.

Für eine deutliche Entspannung am Wohnungsmarkt reicht dies laut Wüest Partner noch nicht. Für den 1. Juni 2026 rechnet das Unternehmen mit rund 48'000 leerstehenden Wohnungen. Die Leerwohnungsziffer dürfte damit bei knapp 1 Prozent verharren.

Gleichzeitig öffnet sich die Schere bei den Mieten weiter. Während die Bestandesmieten zuletzt um 0,4 Prozent sanken, stiegen die Angebotsmieten im ersten Halbjahr um 1,0 Prozent.

Mehr zum Thema:

Kommentare

Weiterlesen

burgdorf schuss hasle bls
971 Interaktionen
Schuss
bäume
155 Interaktionen
Gefahr!

MEHR AUS STADT BERN

pferdestall
Gümligen BE
8 Interaktionen
Gümligen BE
YB
6 Interaktionen
Verletzt gegen Sion
Drohnenshow Biel
6 Interaktionen
Feuerwerks-Verbot