WTO

    Wichtige WTO-Botschafter schlagen Nigerianerin Okonjo-Iweala als Chefin vor

    AFP
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    Genève,

    Im komplizierten Auswahlverfahren für die künftige Spitze der Welthandelsorganisation (WTO) steigen für die Nigerianerin Ngozi Okonjo-Iweala die Chancen.

    Okonjo-Iweala
    Okonjo-Iweala - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • USA favorisieren aber südkoreanische Kandidatin.

    Nach monatelangen Beratungen mit den Mitgliedsländern sprach sich die sogenannte Botschafter-Troika, die den wichtigsten Organen der WTO vorsteht, am Mittwoch für die 66-Jährige aus. Wie ein WTO-Sprecher in Genf sagte, unterstützen die USA allerdings die Südkoreanerin Yoo Myung Hee. Ob Okonjo-Iwealas Kandidatur ein Konsens erreicht wird, ist deshalb immer noch offen.

    Gleichwohl markiert die Entscheidung der Troika, die von Neuseelands WTO-Botschafter David Walker angeführt wird, einen wichtigen Schritt. Hintergrund ist, dass der frühere WTO-Chef Roberto Azevedo Ende August vorzeitig aufhörte. Seitdem läuft um die Nachfolge ein komplexer Wahlprozess, der in der Regel ohne Abstimmungen auskommt und stattdessen auf eine einträchtige Entscheidungsfindung ausgerichtet ist.

    In der Vergangenheit wurden die neuen WTO-Chefs im Konsens der 164 WTO-Mitglieder bestimmt, Wahlen gab es nicht. Eine Abstimmung ist nur als letztes Mittel vorgesehen, sollte es keine Einigung geben.

    Die WTO mit Sitz in Genf gehört neben dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank zu den wichtigsten internationalen Organisationen in der Wirtschaftspolitik. Sie soll vor allem ein Forum für Verhandlungen zum Abbau von Zöllen sowie anderen Handelshemmnissen bieten und überwachen, ob internationale Handelsabkommen eingehalten werden.

    Die künftige Chefin - ob aus Nigeria oder Südkorea - steht dabei vor gewaltigen Herausforderungen. Denn zuletzt war die WTO zunehmend unter Druck geraten. So ist die Berufungsinstanz des Streitbeilegungsmechanismus der Organisation wegen einer Blockade der USA seit Dezember nicht funktionsfähig.

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