Wegen Hitzewellen: Bergbahnen legen im Sommer deutlich zu
Die anhaltende Hitze beschert den Schweizer Bergbahnen in der laufenden Sommersaison ein sattes Plus. Vor allem einheimische Gäste strömten in die Höhen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweizer Bergbahnen verzeichnen eine erfreuliche Sommersaison.
- Die Zahl der Ersteintritte stieg im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent.
- Als Hauptgrund nannte der Verband die aussergewöhnlich hohen Temperaturen.
Die Auswertung der Gästezahlen von über 140 Mitgliedsunternehmen zeigte: Von Saisonbeginn bis Ende Juli gab es schweizweit sieben Prozent mehr Ersteintritte als im Vorjahr. Dies teilte der Branchenverband Seilbahnen Schweiz (SBS) am Mittwoch mit.
Im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre betrug der Anstieg sogar 29 Prozent.
Als Hauptgrund für die positive Entwicklung nannte der Verband die aussergewöhnlich hohen Temperaturen und die langanhaltende Trockenheit im Juli. Viele Menschen hätten in den Bergen Abkühlung und Erholung gesucht.
Grosse regionale Unterschiede
Die Entwicklung verlief in den Regionen allerdings sehr unterschiedlich. Das Berner Oberland verzeichnete mit einem Plus von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr den stärksten Zuwachs. Dies hing laut SBS stark mit dem Vollbetrieb der Schilthornbahn zusammen, deren Betrieb im Vorjahr wegen Bauarbeiten eingeschränkt war.
Auch Graubünden legte mit elf Prozent deutlich zu.

Andere Regionen lagen hingegen im Minus: Die Zentralschweiz und das Wallis registrierten je zwei Prozent weniger Gäste, die Ostschweiz drei Prozent. In den Waadtländer und Freiburger Alpen betrug der Rückgang gar zehn Prozent.
Das Ergebnis der Ostschweiz wurde durch die Betriebseinstellung der Säntis-Schwebebahn beeinflusst, die in diesem Sommer ersetzt wird. Ohne diesen Sondereffekt hätte die Region laut dem SBS ein Plus von 17 Prozent ausgewiesen.
Weniger Gäste aus Fernmärkten
Veränderungen gab es bei der Herkunft der Gäste. Die geopolitische Lage im Nahen Osten führte zu einem markanten Rückgang der Besucherzahlen aus dieser Region. Auch aus Indien, Südkorea und Südostasien kamen weniger Gäste.
Diese Ausfälle konnten durch mehr Gäste aus der Schweiz und dem deutschsprachigen Raum laut dem SBS aber kompensiert werden. Reisende aus Nordamerika und Individualreisende blieben wichtige Gästegruppen.

Die Branche zeigte sich mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. «Die Entwicklung im Juli zeigt, dass die Schweizer Bergbahnen auf eine vielfältige Nachfrage zählen können.» So liess sich Berno Stoffel, Direktor von Seilbahnen Schweiz, zitieren. Die Kombination aus einheimischen, europäischen und internationalen Gästen erhöhe die Stabilität der Branche.
Die hohen Temperaturen treiben Reisende in der Schweiz in die Berge und an die Seen. Es komme zu einer regelrechten «Hitzeflucht» aus den Städten und dem Flachland, hatte Schweiz Tourismus unlängst mitgeteilt.
Auch der Schweizer Alpen Club (SAC) bestätigte den Trend zuletzt auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.








