Volkswagen

    VW in der Krise – Chef Blume setzt auf andere Lösungen

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    Deutschland,

    VW steht vor dem grössten Umbau seiner Geschichte. Chef Blume meldet sich zu Werksschliessungen zu Wort – und setzt auf alternative Lösungen.

    vw chef blume
    100'000 Jobs auf der Kippe, vier Werke in Gefahr: VW kämpft ums Überleben. Chef Blume verspricht Lösungen – ohne Fabrikschliessungen. - keystone

    VW steht vor einem massiven Stellenabbau, der die gesamte Belegschaft verunsichert. Laut «Personalwirtschaft» könnten weltweit bis zu 100'000 Stellen wegfallen – doppelt so viele wie bisher geplant.

    Damit stehen vier deutsche Werke vor einer ungewissen Zukunft. Die Standorte Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm sind von einer Schliessung bedroht.

    Glaubst du, dass VW Werksschliessungen in Deutschland vermeiden kann?

    Nun meldete sich VW-Chef Blume öffentlich zu den Berichten zu Wort, wie «T-Online» berichtet. Im Interview mit der «Bild am Sonntag» sagte Blume: «Es gibt intelligentere Lösungen, als Werke zu schliessen.»

    VW-Chef Blume scheitert mit Sparpaket

    VW-Chef Blume verwies laut «T-Online» zudem auf bereits erzielte Einsparungen an deutschen Standorten. Die Fabrikkosten in Deutschland seien allein im vergangenen Jahr um durchschnittlich 20 Prozent gesunken, sagte er.

    Die Äusserungen kommen kurz nach einer folgenreichen Aufsichtsratssitzung vom vergangenen Donnerstag. Blume soll dort mit einem weitergehenden Sparpaket gescheitert sein.

    Die Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen stimmten gemeinsam gegen das Paket. Da ein Sitz auf der Kapitalseite derzeit unbesetzt ist, halten Arbeitnehmer und Niedersachsen eine Mehrheit im Aufsichtsrat.

    Niedersachsen stellt sich quer

    Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hatte im Vorfeld bereits eine klare Grenze gezogen. Er lehnte laut «T-Online» jede Entwicklung ab, «die auf Werksschliessungen als vermeintlich einfache Lösung setzt».

    Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer beurteilte die ausgebliebenen Beschlüsse aus dem Aufsichtsrat kritisch. Laut «Handelsblatt» erklärte er, die anhaltende Unsicherheit sei «nicht gut für Kunden, Mitarbeiter und Kapitalgeber».

    Dudenhöffer sieht indes einen möglichen Ausweg aus der Krise: eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Laut «Handelsblatt» sagte er, damit liesse sich «das Problem der hohen Produktionskosten» zumindest teilweise lösen.

    Betriebsrat warnt vor Vertrauensverlust

    Für die Belegschaft spitzt sich die Lage zu. Laut «T-Online» registrierte der Betriebsrat einen erheblichen Vertrauensverlust in der Belegschaft, nachdem Blume das Management separat informiert haben soll.

    vw chef blume
    Bei VW brodelt es. Chef Blume sucht nun den Dialog – und will Werke retten. - keystone

    Besonders betroffen sind laut Betriebsrat mehr als 40'000 Beschäftigte an fünf gefährdeten Standorten. Emden, Hannover, Neckarsulm, Osnabrück und Zwickau harren weiter auf eine verlässliche Perspektive.

    VW-Chef Blume wird nach der Sommerpause in Betriebsversammlungen den Beschäftigten direkt Rede und Antwort stehen müssen. Dabei werde die Belegschaft einfordern, ob VW die Krise gemeinsam mit und nicht gegen seine Mitarbeitenden meistern wolle.

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    Kommentare

    User #5400 (nicht angemeldet)

    Das zeigt die momentane Unfähigkeit des Managers. Autos bauen die die Chefs wollen Der Kunde soll sich danach richten. Es sollte umgekehrt sein. Autos bauen die der Kunde braucht und will. Immer mehr grosse Autos mit PS die kein Mensch braucht. Und wieder eine Qualität haben für die VW mal stand zB Käfer Golf. Und am Ende Zahlen die Arbeiter die Arroganz der Manager

    User #2694 (nicht angemeldet)

    Er sagt es durch die Blume :-)

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