Verkäufer leiden? Zoff wegen Unia-Studie

    Michael Bolzli
    Michael Bolzli

    Bern,

    Nach einer Studie über Self-Checkout-Automaten ist die Uni Bern in Kritik geraten. Jetzt wehrt sie sich gegen die Vorwürfe.

    Blick von der grossen Schanze auf das Hauptgebäude der Universität Bern - Keystone
    Blick von der grossen Schanze auf das Hauptgebäude der Universität Bern - Keystone - Community

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach einer Studie im Auftrag der Unia ist die Uni Bern in Kritik geraten.
    • Gegenüber Nau rechtfertigt sich die Universität und erklärt die Methoden.

    Im Auftrag der Gewerkschaft Unia hat die Universität Bern eine Studie durchgeführt. Thema: Auswirkung von Self-Checkout-Kassen auf die Angestellten. Resultat: Das Verkaufspersonal leidet. Mehr Druck, mehr Stress und mehr Übergriffen der Kunden.

    Doch nach Publikation hagelte es Kritik aus bürgerlichen Kreisen. Während die einen die Arbeit als «pseudowissenschaftlich» oder «Fake News» abtun, kritisierten andere, dass für die Studie gerade mal zehn Interviews durchgeführt wurden. «Fragwürdig» findet Twitter-Nutzer Nicolas A. Rimoldi die Methoden.

    Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung IZFG. «Im Rahmen eines qualitativen Forschungsdesigns ist es durchaus zulässig, mit einem kleinen Sample von 10 Personen zu arbeiten», sagt ein Sprecher.

    Lange Interviews, unterschiedliche Probanden

    Die Teilnehmer wurden jeweils rund 1,5 Stunden befragt. «Erst solche vertieften Interviews erlauben es, ein Verständnis darüber zu entwickeln, was hinter den Zahlen passiert, welche in den Branchenberichten jeweils publiziert werden.»

    Die Probanden seien nach dem Prinzip des sogenannten Theoretical Sampling ausgewählt worden. Heisst: Wurde eine ältere Mitarbeiterin mit Kindern und Detailhandelsausbildung befragt, wurde darauf eine junge Studierende gesucht, um eine andere Perspektive einzubringen. Der Sprecher erklärt: «Dieses Vorgehen stellt in der qualitativen Sozialforschung sicher, dass der Datensatz auch bei einer kleinen Fallmenge ein breites und Spektrum an Perspektiven abdeckt und ein aussagekräftiges Bild des untersuchten Feldes liefert.»

    Wer sich selber ein Bild machen will, kann das. Die Studie ist öffentlich zugänglich. Hier klicken.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    anita buri Migros coop
    7 Interaktionen
    Mehr Druck
    8 Interaktionen
    Uni-Rekorde
    12 Interaktionen
    Roboter statt Kassiererin
    Quickline
    9 Interaktionen
    Tipps für den Alltag

    MEHR AUS STADT BERN

    Werner Salzmann Bundesrat Schnegg
    SVP-Salzmann
    Event-Highlights Kanton Bern
    Zibelemärit und mehr
    SCB SCL Biel
    1 Interaktionen
    Biel bodigt Kloten