Die Gaspreise für private Haushalte haben im August nach Angaben des Vergleichsportals Verivox ein Fünf-Jahres-Hoch erreicht - und könnten künftig weiter steigen.
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Gasherd - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Herbst «grössere Gaspreiswelle» erwartet.

Wie das Unternehmen am Dienstag mitteile, war Gas zuletzt Anfang 2016 so teuer wie jetzt. Laut dem Portal Check24 liegt der Gaspreis in der Grundversorgung auf einem Allzeithoch.

Ein wichtiger Grund für den Anstieg sind die hohen Preise im Grosshandel - und die dürften sich letztlich auch auf die Gaspreise für Verbraucherinnen und Verbraucher auswirken. «Die niedrigen Stände der Gasspeicher in Deutschland und die weltweit steigende Gasnachfrage haben die Spotmarktpreise für Gas im Laufe des Jahres mehr als verdoppelt», erklärte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck.

Für den Herbst werde nun eine «grössere Gaspreiswelle» erwartet. «Denn neben höheren Grosshandelspreisen steigt auch der CO2-Preis für fossile Brennstoffe zum Jahreswechsel von 25 auf 30 Euro pro Tonne», erläuterte Storck. «Diese Kosten geben viele Gasversorger direkt an ihre Kunden weiter.»

Aktuell liegen die Gaskosten für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) nach Angaben von Verivox im Bundesschnitt bei 1258 Euro und damit so hoch wie seit Januar 2016 nicht mehr. Zum Jahresbeginn lag der durchschnittliche Gaspreis demnach noch bei 1162 Euro. Das entspricht einem Anstieg von über acht Prozent seit Januar.

Aufgrund dieser Entwicklung habe kein regionaler Gasversorger für die kommenden Monate Gaspreissenkungen angekündigt, erklärte das Portal. Für August, September und Oktober hätten hingegen bereits 31 regionale Gasversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich neun Prozent angekündigt. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh für ein Einfamilienhaus entspreche dies Mehrkosten von 128 Euro jährlich.

Wer eine Gaspreiserhöhung erhält, kann vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und zu einem günstigeren Gasversorger wechseln. Laut Verivox können Haushalte, die noch im Grundversorgungstarif des örtlichen Versorgers sind, bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh derzeit durchschnittlich 426 Euro pro Jahr einsparen.

Einsparmöglichkeiten gibt es vor allem für diejenigen, die in der Grundversorgung sind. Nach Angaben von Check24 liegt der Gaspreis hier «auf einem Allzeithoch», wie das Portal am Dienstag mitteilte. Im Juli kosteten demnach 20.000 kWh in der Grundversorgung durchschnittlich 1515 Euro.

Im Durchschnitt der 100 grössten deutschen Städte könne ein Musterhaushalt beim günstigsten Alternativanbieter jährlich 28 Prozent beziehungsweise 436 Euro weniger als in der Grundversorgung zahlen. «Eine Familie spart leicht einige Hundert Euro, wenn sie aus der Gasgrundversorgung zum günstigsten Alternativanbieter wechselt», erklärte Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check24.

Experten und Verbraucherschützer raten dazu, regelmässig den Tarif zu überprüfen und im Zweifel den Anbieter zu wechseln. Nach Angaben der Bundesnetzagentur ist ein Wechsel des Energielieferanten «einfach und kostenlos» - Verbraucherinnen und Verbraucher sollten dabei allerdings nicht nur auf den Preis sondern auch auf andere Vertragsinhalte schauen, rät die Behörde. So seien etwa Angebote mit Vorkasse oder Kaution riskant, denn bei Insolvenz des Lieferanten sei das bereits gezahlte Geld womöglich verloren.

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