UBS Aktionär fordert Wegzug aus der Schweiz
Die UBS gerät wegen geplanter Kapitalregeln zunehmend unter Druck. Ein wichtiger Investor stellt deshalb den Schweizer Standort infrage.

Der US-Vermögensverwalter Artisan Partners fordert die UBS auf, ihren Schweizer Standort aufzugeben. Laut «Finanzen.net» begründet der Investor diesen Schritt mit den geplanten höheren Kapitalanforderungen.
Artisan verwaltet nach eigenen Angaben mehr als 60 Millionen UBS-Aktien und hält damit rund zwei Prozent. Bereits zuvor hatte der Investor Cevian Capital ähnliche Bedenken zur internationalen Geschäftstätigkeit geäussert.
Die UBS hält dagegen an ihrer Strategie fest und will weiterhin weltweit aus der Schweiz heraus tätig sein. Gleichzeitig verlor die Aktie zeitweise 2,46 Prozent und notierte bei 39,26 Franken.
UBS müsste deutlich mehr Kapital halten
Wie «Finanz und Wirtschaft» berichtet, könnte die geplante Regulierung das harte Kernkapital der UBS deutlich erhöhen. Artisan rechnet mit einem Anstieg von derzeit 56 auf 72 Milliarden Dollar.
Die zusätzlichen 16 Milliarden Dollar könnten laut dem Investor in einem weniger streng regulierten Land Erträge erwirtschaften. Daraus leitet Artisan einen möglichen entgangenen Börsenwert von 36 Milliarden Dollar beziehungsweise rund 23 Prozent ab.
Die Kritik richtet sich damit nicht nur gegen höhere Kosten, sondern auch gegen die langfristigen wirtschaftlichen Folgen. Für Artisan ist deshalb ein Standortwechsel eine mögliche Konsequenz der neuen regulatorischen Rahmenbedingungen.
Neue Regeln gehen ins Parlament
Hintergrund der Debatte ist die geplante Verschärfung der Schweizer Grossbankenregulierung nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse. Plattform J berichtet, dass der Bundesrat eine vollständige Kapitalunterlegung ausländischer Tochtergesellschaften verlangt.
Der Ständerat entschied sich zuletzt für eine Quote von 90 Prozent statt der ursprünglich vorgesehenen 100 Prozent. Heute müssen solche Beteiligungen lediglich mit 45 Prozent hartem Kernkapital abgesichert werden.

Nun wird sich der Nationalrat mit der Vorlage beschäftigen, während die UBS die geplanten Regeln weiterhin als zu streng bezeichnet. Die Bank schätzt ihren zusätzlichen Kapitalbedarf bei der Ständeratslösung auf rund 16 Milliarden Dollar.











