Tierschützer zeigen Geflügel-Produzenten an

    Michael Bolzli
    Michael Bolzli

    Zürich,

    Tierschützer haben Missstände in Schweizer Hühnermast-Betrieben aufgedeckt. Jetzt hat die Stiftung Tier im Recht gegen fünf Betriebe Strafanzeige eingereicht.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Stiftung Tier im Recht reicht gegen fünf Schweizer Hühnermast-Betriebe Strafanzeige wegen Tierquälerei ein.
    • Die Tierschützer haben zuvor Aufnahmen aus Schweizer Mastbetrieben veröffentlicht.

    Nur: «Die Behörden tolerieren diese üblen Zustände wissentlich», kritisiert Gerritsen. Als Beispiel nennt sie einen Berner Mastbetrieb, den die Organisation 2016 bei den Veterinärbehörden gemeldet hatte. Grund: Die Sitzgelegenheiten für die Hühner war zu hoch, so dass die Tiere sie nicht erreichen konnten. Aufnahmen von 2017 zeigten aber das gleiche Bild.

    In der Werbung stolzieren die Hühner zufrieden draussen umher. Die Realität ist häufig weniger schön, wie Aufnahmen der Tierschutzorganisation Tier im Fokus aus fünf Schweizer Mastbetrieben zeigen: zahlreiche verletzte, kranke und tote Hühner, die Teils von ihren Artgenossen
















    zertrampelt




    werden. Die Tierschützer haben darum gegen fünf Betriebe Strafanzeige wegen Tierquälerei eingereicht.

    Hühnermast
    Immer wieder tauchen geheime Aufnahmen aus Hühnermast-Betrieben auf. - Tier im Fokus

    Behörden in der Kritik

    «Die Aufnahmen zeigen klare Verstösse gegen die die Grundsätze der Tierschutzgesetzgebung», sagt Vanessa Gerritsen, stellvertretende Geschäftsleiterin der Stiftung Tier im Recht. Denn: Das Gesetz verlangt, dass sterbende und verletzte Tiere unverzüglich zu behandeln – und wenn nötig, schmerzlos zu töten sind. «In den gezeigten Betrieben wird diese rechtliche Vorgabe gleich mehrfach missachtet.»

    Was den Tierschützern sauer aufstösst: Der Berner Betrieb wird vom Bund subventioniert. Die Art der Massentierhaltung wird als «besonders tierfreundliche Stallhaltung (BTS)» bezeichnet. Über 90 Prozent der Schweizer Hühner leben in BTS-Betrieben. Eine Täuschung der Konsumenten, finden die Tierschützer. Sie haben darum eine Petition lanciert, die die Streichung der Subventionen verlangt.

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