Biel

    Telebielingue geht nach Konzessionsverlust als TB2 auf Sendung

    Telebielingue geht am Montag mit neuem Konzept und kleinerem Budget auf Sendung. Nach seinem Konzessionsverlust wird der zweisprachige Bieler Fernsehsender, der nun TB2 heisst, weniger klassische Nachrichten und dafür mehr Alltagsgeschichten und Diskussionen ausstrahlen.

    Das Nachfolgeformat von Telebielingue «TB2» geht am Montag unter der Leitung von Maxence Giebel auf Sendung.
    Das Nachfolgeformat von Telebielingue «TB2» geht am Montag unter der Leitung von Maxence Giebel auf Sendung. - KEYSTONE/ANTHONY ANEX

    Nachdem Telebielingue Ende Juni den Betrieb einstellen musste, nutzte die Redaktion den Sommer für ein neues Konzept. Nun steht das Nachfolgeprojekt: Am 12. Oktober geht TB2 mit einem vorläufigen Programmschema an den Start. Das Studio in Biel wurde vor einer Woche vom Bundespräsidenten Guy Parmelin eingeweiht.

    Zunächst gehe es darum, dem Publikum «die Zukunft von TB2 vorzustellen», sagte der neue Programmleiter Maxence Giebel zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. In den ersten Wochen wird ihm zufolge täglich eine einstündige Sendung produziert, die zu je 30 Minuten auf Deutsch und Französisch ausgestrahlt wird.

    Vorläufiges Programm

    Auf dem Programm steht eine fünf- bis sechsminütige Nachrichtensendung, die kompakter ist als jene des Vorgängersenders, sowie die Vorstellung von TB2. Auch beliebte Formate von Telebielingue werden laut Giebel eingebunden. Das Programm des Senders, der zur Gassmann-Gruppe gehört, solle sich aber weiterentwickeln und umfangreicher werden.

    «Wir wollen Inhalte, die von gelebter Zweisprachigkeit erzählen, mit Nachrichten, die unsere Region beleuchten», sagte Giebel. Vorgesehen sei, das Angebot auf die Bereiche Kultur, Unterhaltung und Sport auszuweiten. Dafür zählt TB2 auf 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – während die Vorgängersendung noch 50 Angestellte beschäftigte.

    Keine Verpflichtungen mehr

    Hintergrund der Neuausrichtung ist der Verlust der Sendekonzession an das Konkurrenzprojekt Canal B, der im vergangenen März nach einem längeren Rechtsstreit definitiv wurde. Für den Bieler Sender entfiel damit auch die Bundessubvention in Höhe von jährlich 3,7 Millionen Franken. Telebielingue stellte den Betrieb nach 27 Jahren ein.

    Ohne die Konzession ist der Sender nicht mehr an die Vorgaben des Bundesamtes für Kommunikation gebunden. «Wir sind freier, Themen zu wählen und sie zu vertiefen», so Giebel. TB2 wolle weiterhin informieren, aber auch Themen tiefgründiger behandeln, Alltagsgeschichten erzählen und längere, kontextualisierte Formate anbieten. Das endgültige Programmangebot stehe noch nicht fest.

    Diese neugewonnene Freiheit war auch ausschlaggebend für die Namensänderung. Die alte Bezeichnung, die auf Biel und die Zweisprachigkeit anspielte, entspreche nicht mehr dem Ziel einer grösseren Offenheit. «Mit TB2 würdigen wir unsere Geschichte», sagte Maxence Giebel.

    Der Programmdirektor und ehemalige Mitarbeiter von Telebielingue bestreitet nicht, dass das Projekt ein finanzielles Risiko darstellen könnte. «Aber wir glauben daran und spüren, dass sich viele Menschen darauf freuen, TB2 kennenzulernen.»

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