Die Chefökonomin der Weltbank, Carmen Reinhart, rechnet damit, dass Staaten ihre hohe Verschuldung abzubauen versuchen – mit höheren Steuern.
Carmen Reinhart, Chefökonomin der Weltbank, rechnet mit höheren Inflationsraten, vor allem in Ländern mit hohen Schuldenbergen. (Archivbild)
Carmen Reinhart, Chefökonomin der Weltbank, rechnet mit höheren Inflationsraten, vor allem in Ländern mit hohen Schuldenbergen. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Das Wichtigste in Kürze

  • Immer mehr Staaten haben sich hoch verschuldet.
  • Diese Beträgen sollen mittels höheren Steuern wieder in die Staatskasse fliessen.
  • Dies zumindest gemäss der Chefökonomin der Weltbank, Carmen Reinhart.

Die Chefökonomin der Weltbank, Carmen Reinhart, rechnet damit, dass Staaten ihre hohe Verschuldung durch höhere Steuern abzubauen versuchen. Die Staaten dürften ihr System der sozialen Sicherheit überarbeiten.

«Denn wir sind bei weitem nicht so wohlhabend, wie wir glaubten, als wir diese vielen sozialpolitischen Versprechen abgaben.» Daas sagte Reinhart in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung».

Kein Zusammenbruch des Systems

Sie gehe nicht davon aus, dass das System der sozialen Sicherheit zusammenbrechen werde. Aber die Staaten dürften die Qualität der Leistung herunterfahren. Das sei politisch einfacher und weniger transparent. Daher sei ja auch die finanzielle Repression, die dauerhafte Durchsetzung negativer Realzinsen, so beliebt.

Reinhart rechnet damit, dass die Staaten versuchen werden, die Schulden durch eine höhere Inflation zu senken. Seit der Finanzkrise von 2008 und erst recht seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie verfolgten die Notenbanken zwei Asymmetrien: Erstens erfolgten die Lockerungen der Geldpolitik bedeutend aggressiver als die Drosselungen. Und zweitens liessen sie sich bei der Drosselung sehr viel mehr Zeit. Zusammen sei das ein Rezept für höhere Inflation.

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