Swiss Re sieht erheblich unversicherte Schäden durch Waldbrände
Durch die grossen Waldbrände in Teilen Frankreichs und Spaniens sind nach Angaben des Schweizer Rückversicherers Swiss Re erhebliche volkswirtschaftliche Schäden zu erwarten. Für viele Betroffene fehlten entsprechende Versicherungen. Das genaue Ausmass lasse sich noch nicht abschätzen.

«Es gibt verschiedene Anzeichen dafür, dass es sich um einen der schwersten Waldbrände handelt, die Frankreich je erlebt hat», erklärte Rogier de Jong, Spezialist für Naturkatastrophen bei Swiss Re, auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Zudem sei es schon das zweite Jahr mit vielen Waldbränden in Europa in Folge.
«Die insgesamt verbrannte Fläche hat den Höchstwert der vergangenen 20 Jahre bereits überschritten, und mehrere Brände haben erhebliche volkswirtschaftliche und versicherte Schäden verursacht», so de Jong weiter. Konkret seien die Hitzewellen im Juni und Juli dieses Jahres für die kritische Lage verantwortlich. Zudem würde der Klimawandel die Feuergefahr erhöhen, da die potenziell betroffene Region immer grösser werde.
Die Zahl der Schäden nehme auch daher zu, weil die Übergangszonen, wo Siedlungen direkt an bewaldete oder vegetationsreiche Gebiete grenzen, stark zugenommen hätten, erklärte der Spezialist weiter. Gerade in diesen Risikoregionen sei die Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten stärker als im Durchschnitt gewachsen.
Für eine Schätzung der Schäden ist es laut de Jong «derzeit noch zu früh». Jedoch gebe es je nach Region eine erhebliche Versicherungslücke für die betroffenen Personen. So seien in «Südeuropa Waldbrandschäden in der Regel von den nationalen Versicherungspools ausgeschlossen», sagte er. Die Unterschiede zwischen den Ländern in Europa seien aber «teilweise erheblich».










