Stellantis verkündet Pläne für Milliarden-Investitionen in den USA
Der Automobilriese Stellantis hat Pläne für Investitionen in Höhe von 13 Milliarden Dollar in den USA in den nächsten vier Jahren verkündet.

Der Automobilriese Stellantis hat Pläne für Investitionen in Höhe von 13 Milliarden Dollar in den USA in den nächsten vier Jahren verkündet. Chef Antonio Filosa sprach von den «grössten Investitionen in der Geschichte des Unternehmens». Diese würden das Firmen-Wachstum antreiben und mehr als 5000 Arbeitsplätze in Michigan und weiteren Bundesstaaten im mittleren Westen der USA erschaffen, erklärte Filosa am Dienstag.
Mit den Investitionen soll unter anderem ein im Jahr 2023 stillgelegtes Werk in Belvidere, im US-Bundesstaat Illinois, wieder eröffnet werden. Dafür wird Stellantis eigenen Angaben zufolge 600 Millionen Dollar investieren. Die Produktion der Automodelle Jeep Cherokee und Jeep Compass soll im Jahr 2027 anlaufen. Ausserdem sollen weitere Automodelle in Stellantis-Werken in den US-Bundesstaaten Ohio, Michigan und Indiana hergestellt werden, darunter viele Verbrenner-Modelle.
Unter dem früheren US-Präsidenten Joe Biden wurden Autohersteller in den USA durch Emissionsregeln angehalten, in elektrische Automodelle zu investieren. Unter US-Präsident Donald Trump jedoch wurden die Strafen für eine Missachtung der Emissionsregeln aufgehoben, wodurch Autohersteller wieder stärker umweltverschmutzende Automodelle in den USA herstellen können.
US-Absatz legt im Jahresvergleich um 35 Prozent
Zuletzt lieferten die Absatzzahlen einen Hoffnungsschimmer. Im dritten Quartal waren die Auslieferungen um 13 Prozent gestiegen. Steigende Verkaufszahlen in den USA trugen dazu entscheidend bei. Der Autobauer profitierte vom Abbau der hohen Lagerbestände in den USA. Insgesamt legte der US-Absatz im Jahresvergleich um 35 Prozent zu.
Der Vielmarkenkonzern kriselt aber seit längerem, weil er auf dem nordamerikanischen Kontinent seine grossen SUV und Pickups nicht mehr wie gewohnt loswird. Das hatte auch Ex-Chef Carlos Tavares den Job gekostet. Das Geschäft mit den teuren SUV und Pickups sorgte lange dafür, dass Stellantis den Löwenanteil seines Gewinns in den USA einfuhr.
Im Sommer war Stellantis davon ausgegangen, dass auch im zweiten Halbjahr 2025 deutliche Belastungen durch die US-Zollpolitik anfallen. Nachdem bereits in den ersten sechs Monaten 0,3 Milliarden Euro an Sonderkosten zu Buche geschlagen hatten, dürften es in der zweiten Jahreshälfte noch einmal 1,2 Milliarden Euro sein, hatte der Konzern Ende Juli mitgeteilt.
In den ersten sechs Monaten hatte Stellantis einen Milliardenverlust verbucht. Der Umsatz sackte um 13 Prozent auf 74,3 Milliarden Euro ab, der Absatz ging in der ersten Jahreshälfte um 7 Prozent zurück.
Vor allem im früher für Stellantis so renditestarken Markt Nordamerika liess das Unternehmen weiter Federn. Der neue Konzernchef Filosa hatte nach der Zolleinigung der USA mit der EU eine Verbesserung im Tagesgeschäft für den Rest des Jahres in Aussicht gestellt.











