SNB attestiert Schweizer Bankensektor hohe Verlusttragfähigkeit
Der Schweizer Bankensektor ist laut der Schweizerischen Nationalbank weiterhin gut aufgestellt. Dank solider Kapitalpuffer verfüge er über eine hohe Widerstandskraft.

Der Schweizer Bankensektor ist laut der Schweizerischen Nationalbank (SNB) weiterhin insgesamt gut aufgestellt. Dank seiner Profitabilität und den vorhandenen Kapitalpuffern verfüge er über eine hohe Verlusttrag- wie auch Kreditvergabefähigkeit. Allerdings gebe es Unterschiede bezüglich Risikoexposition und Widerstandskraft.
Die Dynamik am Schweizer Kreditmarkt bleibe anhaltend hoch, heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der SNB zur Finanzstabilität. Das Kreditwachstum habe sich beschleunigt und deute auf eine insgesamt robuste Entwicklung hin. In den vergangenen Jahren blieb es durchgehend positiv. Die Einführung von Basel III final im Januar 2025 habe zwar die regulatorischen Anforderungen für die Kreditvergabe erhöht, ohne aber das Kreditwachstum insgesamt zu beeinträchtigen.
Bei den inlandorientierten Banken habe die Profitabilität 2025 allerdings geringfügig abgenommen. Der Grund seien ein tieferer Erfolg aus dem Zinsengeschäft und eine Verengung der Zinsmargen. Die Stresstests der Nationalbank deuteten aber darauf hin, dass die meisten inlandorientierten Banken dank ihrer Kapitalpuffer in der Lage sein sollten, die Auswirkungen von Negativszenarien zu tragen, heisst es.
Inlandorientierte Banken seien besonders anfällig gegenüber einem signifikanten Zinsanstieg verbunden mit Preiskorrekturen am Schweizer Immobilienmarkt, erinnert die SNB. Der sektorielle antizyklische Kapitalpuffer, der von den Banken das Halten von zusätzlichem Eigenkapital verlangt, sei wichtig für die Einhaltung der Widerstandskraft. Derzeit ist der antizyklische Kapitalpuffer auf der gesetzlichen Maximalhöhe von 2,5 Prozent festgelegt.
Bei den drei inlandorientierten systemrelevanten Banken habe sich die Profitabilität im vergangenen Jahr derweil unterschiedlich entwickelt. Während sie bei der Postfinance und der Zürcher Kantonalbank (ZKB) zunahm, ging sie bei der Raiffeisen-Gruppe zurück.
Bezüglich Kapitalisierung lagen bei der Raiffeisen-Gruppe und der ZKB die risikogewichteten Kapitalquoten und die ungewichteten Leverage Ratios Ende 2025 laut dem Bericht deutlich über den regulatorischen Anforderungen. Bei der Postfinance lag die risikogewichtete Kapitalquote ebenfalls deutlich, die Leverage Ratio aber nur leicht über den regulatorischen Anforderungen.






