Stadt Zürich

    Zürcher Quartier wehrt sich gegen Verdichtung

    Tagblatt Zürich
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    Zürich,

    Der Quartierverein Affoltern stellt sich gegen die geplante Verdichtung entlang der Wehntalerstrasse. Er warnt vor einer «Hitzeschlucht».

    Wehntalerstrasse
    Neubauten könnten an der Wehntalerstrasse mit der neuen Bau- und Zonenordnung höher werden. - Baugeschichtliches Archiv/Timon Wenger

    Der Quartierverein Affoltern wehrt sich gegen die geplanten Änderungen der Bau- und Zonenordnung (BZO) entlang der Wehntalerstrasse. Seine zentrale Kritik: Die vorgesehene Verdichtung gehe zu weit und berücksichtige Quartierklima und Lebensqualität zu wenig.

    Besonders stört den Verein, dass entlang der Wehntalerstrasse künftig deutlich höhere Gebäude möglich wären. Statt der heutigen Fassadenhöhe von 16,5 Metern könnten Neubauten bis zu 25 Meter hoch werden.

    Dadurch drohe auf beiden Seiten der Strasse eine nahezu «geschlossene Häuserwand», wie es in der Einwendung heisst. Der Quartierverein befürchtet, dass wichtige Kaltluftströme vom Hönggerberg blockiert werden und sich die Hitze im Quartier staut.

    wehntalerstrasse
    Der Quartierverein Affoltern wehrt sich gegen die geplanten Änderungen der Bau- und Zonenordnung (BZO) entlang der Wehntalerstrasse. - Screenshot OpenStreetMap

    Statt einer einheitlichen Aufzonung fordert er eine differenzierte Planung mit Lücken zwischen den Gebäuden, damit kühlende Luft weiter durchs Quartier strömen kann. Auch die Ausrichtung neuer Gebäude soll stärker auf den Hitzeschutz abgestimmt werden.

    Ein weiterer Kritikpunkt sind die Grün- und Freiräume. Zwar hält der städtische Erläuterungsbericht fest, Affoltern erfülle den Planungsrichtwert «im Durchschnitt». Der Quartierverein bezeichnet diese Aussage jedoch als irreführend.

    Sollte in Wohnquartieren höher gebaut werden, um mehr Wohnraum zu schaffen?

    Gerade entlang der Wehntalerstrasse und in Neuaffoltern fehlten schon heute Parks und öffentliche Freiflächen. Zusätzliche Wohnungen würden das Problem verschärfen. Deshalb fordert der Verein einen Nachweis, dass die Freiraumversorgung auch nach der Verdichtung ausreicht.

    Schliesslich verlangt der Quartierverein eine «mikroklimatische Untersuchung», bevor die höheren Ausnützungsziffern in Kraft treten. Die Wehntalerstrasse sei als stark befahrene Hauptverkehrsachse besonders anfällig für eine «Hitzeschlucht».

    Zwar anerkenne die Stadt selbst, dass dichte Bebauung entlang solcher Strassen die Temperaturen erhöhen könne, eine konkrete Untersuchung für die Wehntalerstrasse fehle jedoch. Der Verein verlangt deshalb, die Aufzonungen auszusetzen, bis die Auswirkungen auf Hitzebelastung, Luftzirkulation und Kaltluftkorridore geklärt sind.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt der Stadt Zürich» erschienen.

    Kommentare

    User #6392 (nicht angemeldet)

    Steht ausser Frage dass verdichteter und höher gebaut werden muss. Vielleicht mal etwas über den Tellerrand schauen - bspw. Medellin baut 100m hoch aber grün, ein paar °C hat es gebracht .. aber alles blockieren, was die Wohnsituation langfristig verbessert (keine 4.5 150m2 Attika Wohnungen für Millionäre), sollte man schon ins Auge fassen. Aber weil die Fronten dermassen verhärtet sind gibts nur schwarz/weiss.

    User #6178 (nicht angemeldet)

    Zürich hat ja zu mehr als 10 millionen gesagt, drum bitte alles verbauen

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