In der letzten Woche sind die Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) geschrumpft. Ob dessen Erwägung von Devisenverkäufen der Grund dafür ist?
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Die Schweizerische Nationalbank in Bern. (Symbolbild) - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind letzte Woche gesunken.
  • Die SNB hält den Schweizer Franken nicht mehr für hoch bewertet.
  • Wenn sich der Franken abschwächt, würde die SNB auch Devisenverkäufe erwägen.

Die Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind in der vergangenen Woche gesunken. Devisenverkäufe, welche die SNB kürzlich als Option ins Spiel brachte, sind laut einem Experten aber kaum der Grund dafür.

«Würde sich der Franken abschwächen, würden wir auch Devisenverkäufe erwägen», sagte SNB-Präsident Thomas Jordan damals. Die SNB sitzt auf einem gewaltigen Berg an Devisenreserven. Sie wurden während der Verteidigung des 2015 aufgegebenen Euro-Mindestkurses und danach zur Schwächung des Franken angehäuft.

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Thomas Jordan ist der Vorsitzende der Schweizerischen Nationalbank (SNB). (Archivbild) - Keystone

In der Folge brachten die Währungshüter an der geldpolitischen Lagebeurteilung von vorletzter Woche auch den Verkauf von Devisen ins Spiel. Und dies zum ersten Mal seit Einführung des Euro-Mindestkurses im Jahr 2011.

Devisenkäufe, wenn sich Franken abschwächt

Prompt sind nun die Sichtguthaben letzte Woche gesunken. Die Einlagen von Bund und Banken lagen am letzten Freitag bei 748,5 Milliarden Franken und damit 3,4 Milliarden Franken tiefer. Ein Rückgang in dieser Grössenordnung wurde in den letzten beiden Jahren nicht einmal annähernd gesehen. Die Giroguthaben inländischer Banken gingen sogar um 8,2 Milliarden auf 653,5 Milliarden zurück.

Für den CS-Ökonomen Maxime Botteron würden Devisenverkäufe zwar «theoretisch» tatsächlich zu einem Rückgang der Girokonten führen. «Ich bin jedoch nicht überzeugt, dass die SNB schon Devisen verkauft hat», sagte er auf Anfrage von AWP.

Franken Geldscheine
Ein Stapel Geldscheine. (Symbolbild) - Keystone

Die SNB habe am 16. Juni gesagt, dass die SNB Devisenverkäufe erwägen würde, wenn der Franken sich abschwächen würde. Der Franken habe aber seit der Lagebeurteilung aufgewertet, so seine Begründung.

Botteron erklärt sich den Rückgang mit einer gesunkenen Nachfrage nach Liquidität. «Die angekündigte Anpassung des Freibetrags per Anfang Juli dürfte dazu geführt haben», vermutet er. Nach der Anpassung gebe es vermutlich weniger Banken, die vom Negativzins vollständig befreit seien. Zudem werde es weniger geben, die bis jetzt einen Anreiz gehabt hätten, Gelder aufzunehmen.

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