Schweizer Wirtschaft legt überraschend stark zu
Die Schweizer Wirtschaft legte im zweiten Quartal 2026 um 1,5 Prozent zu – weit mehr als erwartet. Chemie und Pharma waren die Haupttreiber.

Die Schweizer Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal 2026 real um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das zeigt die Erstschätzung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), wie der «MarketScreener» berichtet.
Ökonomen hatten laut einer AWP-Umfrage lediglich ein Wachstum zwischen 0,2 und 0,4 Prozent erwartet. Der tatsächliche Wert lag damit weit über den Prognosen.
Im ersten Quartal 2026 hatte das BIP um 0,4 Prozent zugelegt, nach 0,2 Prozent im letzten Quartal des vergangenen Jahres. Das aktuelle Quartalswachstum ist laut dem «SRF» das höchste seit fünf Jahren.
Chemie-Pharma als Wachstumsmotor der Wirtschaft
Rund zwei Drittel des Wachstums gehen auf die Chemie- und Pharmabranche zurück. Das präzisierte das Seco gegenüber der Nachrichtenagentur AWP, wie «cash.ch» festhält.
Felicitas Kemeny, Leiterin des Ressorts Konjunktur beim Seco, erklärte, die Wirtschaft sei «breit abgestützt» gewachsen. Sie habe von der «kräftigen Entwicklung in der Chemie-Pharma-Branche Rückenwind erhalten», wie der «MarketScreener» berichtet.
Die Branche habe sich zuletzt oft volatil gezeigt, betonte Kemeny. Nach einer flachen Phase in zweiter Jahreshälfte 2025 und einem Rückgang im ersten Quartal 2026 sei ein Gegeneffekt eingetreten.
Ökonomen überrascht, Prognosen steigen
Alexis Körber von BAK-Economics räumte gegenüber AWP ein, er habe zwar eine Beschleunigung erwartet, aber nicht in diesem Ausmass. Raiffeisen-Chefökonom Fredy Hasenmaile nannte mögliche Vorzieheffekte als zusätzlichen Wachstumstreiber, laut «MarketScreener».
Die Ökonomen der Migros Bank betonten, das starke Wachstum sei ein positives Signal, aber kein neuer Dauerzustand. Als Risiken nannten sie die fragile Weltkonjunktur, Handelskonflikte und eine mögliche Frankenaufwertung.

BAK-Economics geht nun davon aus, dass das BIP-Wachstum für 2026 eher bei 1,5 Prozent als bei 1 Prozent liegen dürfte. Die Migros Bank hat ihre Prognose auf 1,7 Prozent für 2026 und 1,9 Prozent für 2027 angehoben, wie «MarketScreener» berichtet.
Details bleiben abzuwarten
Die aktuellen Zahlen basieren auf einer Schnellschätzung des Seco nach 45 Tagen, wie das «SRF» erläutert.
Noch fehlende Grunddaten wurden mit Prognosewerten ergänzt.
Die vollständigen und aktualisierten Quartalsdaten sollen am 3. September publiziert werden. Ob sich das Wachstum in gleicher Höhe bestätigt, bleibt offen.








