Die Lebenskosten steigen in der Schweiz: Das veränderte Konsumverhalten manifestiert sich auch im Supermarkt. Teure Bio-Produkte bleiben öfters im Regal stehen.
inflation
Inflation, Energiepreise und Prämienschock wirken sich auch auf die Konsumlaune von Herr und Frau Schweizer aus. (Symbolbild) - Keystone
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Inflation, Energiepreise und Prämienhammer belasten das Portemonnaie der Schweizer.
  • Auch im Supermarkt hat die Kauflaune abgenommen: Kunden verzichten auf Premiumprodukte.
  • Profitieren können Discounter wie Aldi oder Lidl. Auch Aktionsangebote sind hoch im Kurs.

Herr und Frau Schweizer stehen am Anfang eines kostspieligen Winters: Explodierende Energiepreise, steigende Inflation und ein veritabler Hammer bei den Krankenkassenprämien strapazieren das Portemonnaie.

Verzichten Sie auch zunehmend auf teurere Bio-Produkte?

Aus diesen Gründen ist es auch keine Überraschung, dass die Konsumlaune allmählich abflaut. Nau.ch hat bei den grössten Supermarktketten der Schweiz nachgefragt. Denn die Schweizerinnen und Schweizer kaufen immer seltener teure, aber umweltfreundliche Bio-Produkte – profitieren kann indes das Discount- und Tiefpreissegment.

Migros und Coop registrieren Veränderungen im Einkaufsverhalten

Gegenüber Nau.ch bestätigt Marcel Schlatter, Leiter der Medienstelle der Migros-Genossenschaft: Die Migros spüre, dass «das Portemonnaie nicht mehr so locker sitzt». Anstelle von Premiumprodukten greift die Migros-Kundschaft vermehrt zu günstigeren Artikeln. Auch die Verkaufszahlen von Aktionsartikeln seien derzeit vergleichsweise hoch.

Einkaufsverhalten Migros
Die Migros-Kundschaft greift vermehrt zu günstigen Artikeln – bei Bio-Produkten schlägt sich dies in den Verkaufszahlen nieder. - Keystone

Bei Detailhandels-Konkurrent Coop präsentiert sich die Situation aktuell leicht anders: Mediensprecher Kevin Blättler erklärt, das Einkaufsverhalten habe sich nicht signifikant verändert.

Einkaufsverhalten Coop
Die Coop-Handelsstellen verzeichnen derzeit eine erhöhte Nachfrage nach günstigen Produkten aus dem Tiefpreissegment. Trotzdem seien die Verkaufszahlen im Naturaplan-Bio-Sortiment stabil. - Keystone

Der Detailhändler verzeichne weiterhin eine hohe Nachfrage nach Naturaplan-Bio-Produkten. Gleichzeitig räumt Blättler aber auch ein, dass Produkte im Tiefpreissegment zurzeit von einer erhöhten Nachfrage profitieren würden.

Aldi, Lidl freuen sich über Neukunden

Bei den Discount-Supermarktketten Aldi und Lidl sollte sich die ungünstige Wirtschaftslage am deutlichsten auf das Einkaufsverhalten auswirken.

Tatsächlich bekräftigt die Aldi-Medienstelle, der Discounter verzeichne eine rasant wachsende Anzahl an Neukunden und Neukundinnen. Überdies erfreuten sich auch die günstigen Aldi-Eigenmarkenartikel unlängst einer deutlich gewachsenen Nachfrage.

Einkaufsverhalten Lidl Aldi
Sowohl Aldi, als auch Lidl kommen derzeit in den Genuss von wachsenden Kundenzahlen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Discount-Supermarktketten erfreut sich aktuell grosser Beliebtheit. - Keystone

Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch bei Discount-Konkurrent Lidl beobachten: Gegenüber Nau.ch verrät Mediensprecherin Jacqueline Fäs, auch sie spüre, dass monetäre Überlegungen bei der Kundschaft zunehmen würden.

Demnach seien die günstigen Eigenmarkenprodukte und Aktionsangebote derzeit hoch im Kurs. Überdies berichtet die Sprecherin ebenfalls von einem allgemeinen Kundenzuwachs. Dies bestätige, dass das «Preis-Leistungs-Verhältnis von der Schweizer Bevölkerung geschätzt wird.»

Mehr zum Thema:

Discounter Migros Aldi Coop Lidl Inflation