Schweizer Jungunternehmen erhalten 2025 wieder mehr Geld

Keystone-SDA
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Zürich,

Nach zwei schwachen Jahren kommt Bewegung in die Schweizer Startup-Szene: Die Investitionen in Jungunternehmen haben 2025 deutlich angezogen. Getragen werden sie von einer Erholung im ICT-Sektor und einem Rekordjahr für die Biotech-Branche.

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Die Investitionen in Jungunternehmen haben 2025 deutlich angezogen. (Symbolbild) - keystone

Insgesamt flossen 2025 rund 2,9 Milliarden Franken in Schweizer Jungunternehmen – 23,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem am Dienstag publizierten Swiss Venture Capital Report (SVCR) hervor, der von der Investorenvereinigung SECA gemeinsam mit dem Online-Newsportal Startupticker.ch und in Kooperation mit Startup.ch herausgegeben wird.

Damit erhielten Startups erstmals seit 2022 wieder mehr Kapital, auch wenn die Summe damals noch um einen Drittel höher lag. «Nach zwei Jahren mit sinkenden Beiträgen ist das eine klare Trendwende», sagte Stefan Kyora, Mitautor des Berichts und Chefredakteur von Startupticker.ch, an einer Medienkonferenz. Die investierte Summe sei dreimal so hoch wie vor zehn Jahren.

Die Zahl der Finanzierungsrunden stagnierte unterdessen auf hohem Niveau. Insgesamt beteiligten sich laut Bericht Investoren an 354 Runden, was in etwa dem Vorjahreswert entspricht. «Bei 11 der 20 grössten Runden waren auch Schweizer Investoren dabei, ein guter Wert», so Kyora. Profitiert hätten insbesondere relativ viele Robotik-Firmen.

Das stärkste Wachstum verzeichnete der ICT-Sektor. Dazu gehören unter anderem Software- und Internet-Firmen. Die Investitionen stiegen um fast 150 Prozent auf 773,6 Millionen Franken. Allerdings dürfte dies ein Nachholeffekt nach dem aussergewöhnlich schwachen Vorjahr sein, wie es hiess. Es sei noch zu früh, um von einer Rückkehr zum Wachstum zu sprechen. Vor allem auch Firmen, bei denen KI im Zentrum stehe, zögen noch keine grösseren Beträge an, sagte Kyora.

Anders sieht es in der Biotech-Branche aus. Diese hätte mit 946,4 Millionen Franken so viel Kapital wie noch nie erzielt. Die Summe stieg zum dritten Mal in Folge und lag rund 25 Prozent über dem bisherigen Höchstwert von 2020.

Erneut weniger Mittel gab es für Cleantech, wobei rund ein Drittel der insgesamt 386 Millionen Franken auf Climeworks entfallen sei. Das ETH-Spin-off sammelte in der zweitgrössten Finanzierungsrunde des Jahres 128 Millionen Franken ein. Medtech, Hardware und Fintech entwickelten sich insgesamt stabil.

Regional konzentriert sich das Kapital stark: Rund 90 Prozent der Investitionen entfielen auf die Kantone Zürich, Waadt, Basel-Stadt und Zug.

Zürich ist einmal mehr an der Spitze – sowohl bei der Zahl der Finanzierungsrunden als auch beim Volumen. Mit 1,19 Milliarden Franken erhielten Zürcher Startups fast doppelt so viel Geld wie nach dem Einbruch 2024, mit klaren Schwerpunkten in ICT und Fintech.

Die Waadt legte beim investierten Kapital um 14,4 Prozent zu. Basel-Stadt rückte derweil auf Platz drei vor, getrieben von Biotechinvestments. Von den dort investierten 572 Millionen Franken entfielen rund 95 Prozent auf Biotech-Unternehmen – ein neuer Rekordwert.

2025 wurden neun Jungunternehmen mit einer Bewertung von über 100 Millionen Franken verkauft, insgesamt blieb die Zahl der Exits jedoch tief. Nach zwei Jahren Flaute gab es zudem mit den Biotech-Unternehmen Bioversys und Mindmaze wieder zwei IPOs.

«Es zeigt sich gerade ein gutes Momentum», sagte Thomas Heimann, Mitautor und Stellvertretender Geschäftsführer der SECA. Der Risikoappetit sei wieder da, eine Voraussetzung dafür, dass die Investitionen weiter hochgehen.

Zwar stufen 68 Prozent von 112 befragten inländischen Risikokapitalgebern das Umfeld für die Kapitalbeschaffung als «ungünstig bis schwierig» ein, heisst es im Bericht. Dennoch plane die Mehrheit, ihre Investitionen in den kommenden Jahren auszuweiten. Ein Viertel will in den nächsten drei Jahren zwischen 51 und 120 Millionen Franken investieren – mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr.

Kommentare

User #6229 (nicht angemeldet)

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