Am Schweizer Aktienmarkt geht es auch in dieser Woche weiter abwärts und das mit höherem Tempo. Seit seinem Hoch im August bei 12'573 Punkten steht für den SMI damit ein Minus von mehr als 1000 Zählern zu Buche.
Am Schweizer Aktienmarkt geht es auch in dieser Woche weiter abwärts und das mit höherem Tempo. Viele Aktien erleiden deutliche Kursverluste. (Archivbild)
Am Schweizer Aktienmarkt geht es auch in dieser Woche weiter abwärts und das mit höherem Tempo. Viele Aktien erleiden deutliche Kursverluste. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Das Wichtigste in Kürze

  • Die letzten vier Handelswochen hat der Index denn auch allesamt mit Abgaben beendet.

Als Auslöser für den aktuellen Abverkauf nennen Marktteilnehmer vor allem den jüngsten Zinsanstieg in den USA. Dort hatten die Renditen der 10-jährigen US-Bonds zuletzt die Marke von 1,5 Prozent geknackt und waren damit auf den höchsten Stand seit Juni gestiegen. Das wirkt sich oft eher dämpfend auf wachstumsstarke Aktien beispielsweise aus dem Technologie- und Medizintechnikbereich aus.

Gleichzeitig ziehen auch die Ölpreise weiter an. So kostet etwa die Sorte Brent erstmals seit drei Jahren mehr als 80 US-Dollar je Fass. Und auch andere Brennstoffe verbuchen Preisanstiege, was wiederum die Sorgen vor einer steigenden Inflation befeuert. Darüber hinaus bleibt die Lage um den chinesischen Bauträger Evergrande mit Risiken behaftet und die möglichen Auswirkungen sind schwer abschätzbar.

Der SMI ist gegen 11.05 Uhr um 1,19 Prozent auf 11'552,52 Punkte gesunken. Damit fallen die Verluste hierzulande deutlich stärker aus als an den europäischen Börsenplätzen. Der Dax gab gleichzeitig 0,8 Prozent ab und die Londoner Börse verlor 0,3 Prozent.

«In vielen Branchen und Sektoren wird derzeit die Überbewertung abgebaut, welche derzeit nur schwer argumentativ vertreten werden kann», kommentierte ein Händler. «Es zeigt sich immer mehr, dass die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer zu hoch ist und insbesondere die einstigen Pandemie-Krisengewinner diese Annahmen nicht erfüllen können.»

Zudem spiele die sich abflachende Konjunkturerholung eine wichtige Rolle bei den aktuellen Verlusten, ergänzte Finanzanalyst Matthias Müller von der St. Galler Kantonalbank. «Ein wichtiger Faktor sind auch die deutlich gestiegenen Rohwarenpreise, höhere Logistikkosten und Engpässe bei gewissen Komponenten wie etwa Halbleiter. Diese Faktoren dürften im zweiten Halbjahr noch stärker zum Tragen kommen und werden bei vielen Unternehmen für etwas Gegenwind auf der Margenseite sorgen.»

Beim Blick auf die aktuell grössten Verlierer wird deutlich, dass Investoren erneut umschichten und vor allem bei den bislang grössten Favoriten in diesem Jahr ihre Gewinne versilbern. So sacken unter den Blue Chips Werte wie Partners Group, Straumann, Kühne+Nagel und auch Sonova deutlich ab. In den hinteren Reihen trifft es VAT, Comet, Sensirion oder auch Dottikon.

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