Seit mehr als drei Jahren liegt die Rendite der zehnjährigen Obligationen der Eidgenossenschaft erstmals wieder im Positiven.
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Die SNB in Bern. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rendite der zehnjährigen Obligationen der Eidgenossenschaft ist wieder positiv.
  • Das war vor über drei Jahren zum letzten Mal der Fall.

Erstmals seit über drei Jahren bewegt sich die Rendite der zehnjährigen Obligationen der Eidgenossenschaft wieder im positiven Bereich. Verantwortlich für den Renditeanstieg sind die weltweit steigende Inflation und das bevorstehende Ende der ultralockeren Geldpolitik wichtiger Zentralbanken.

US-Notenbank Fed will Inflation in den griff bekommen

Den Weg dafür geebnet hat die US-Notenbank Fed. Denn die Währungshüter der einflussreichsten Notenbank wollen die Inflation wieder in den Griff bekommen. Sie erreichte im November mit 6,8 Prozent den höchsten Stand seit 1982.

Daher hat das Fed bei der jüngsten Sitzung im Dezember angekündigt, dass die Anleihekäufe früher als erwartet abgeschlossen werden sollen. Und weiter wurden auch gleich für das laufende Jahr drei Zinserhöhungen signalisiert. Zudem drängen einige Mitglieder darauf, schon kurz nach der ersten Zinserhöhung mit der Verringerung der Bilanzsumme der Notenbank zu beginnen. Damit würden auslaufende Anleihen nicht mehr ersetzt.

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Die US-Notenbank Fed in Washington. Foto: Liu Jie/XinHua/dpa - dpa-infocom GmbH

All dies hat sich weltweit auf die Kapitalmärkte in Form steigender Zinsen ausgewirkt. Auch hier sind die Zinsen bereits deutlich gestiegen. Das, obwohl vorläufig weder die Schweizerische Nationalbank noch die Europäische Zentralbank die geldpolitischen Zügel in nächster Zeit anziehen dürften.

SNB-Kassazinssatz notierte heute Montag bei +0,066

Der SNB-Kassazinssatz notierte am Montag mit +0,066 Prozent erstmals seit dem 26. November 2018 wieder positiv. Er errechnet sich aus der Durchschnittsrendite für zehnjährige Bundesanleihen.

Und auch die zehnjährige Benchmarkanleihe der Eidgenossenschaft rentiert knapp im Plus. Die Renditen der kürzeren Laufzeiten sind aber zum Teil noch deutlich im Minus. Ob die Phase negativer Zinsen also bald ganz zu Ende geht, muss sich erst noch weisen. Einiges spricht dafür:

Die negativen Zinsen sind ein Ausdruck der Krisen, die in den vergangenen Jahren immer wieder aufgetreten sind. Auf die Finanzkrise 2008 folgten die Eurokrise, der Handelskrieg der USA mit China. Und zuletzt nun die nicht enden wollende Coronapandemie.

Das Gröbste scheint überstanden

Inzwischen scheint die Weltwirtschaft aber wieder aus dem Gröbsten hinaus zu sein. Der Konjunkturmotor brummt dank der Lockerung von Pandemiemassnahmen und staatlicher Unterstützungsprogramme so stark wie seit Jahren nicht mehr. Das führt aber auch dazu, dass viele Unternehmen über Nachschub- und Lieferkettenprobleme klagen. Zudem sind die Rohstoff- und Energiepreise stark gestiegen und auch die Löhne ziehen wieder an, was die Inflation anheizt.

Gleichzeitig bleiben für die Konjunktur Gefahrenherde: So könnte die Bekämpfung der Coronapandemie für die Wirtschaft erneut einschränkende Massnahmen nach sich ziehen. Und so die wirtschaftliche Erholung bremsen. Und sollte die US-Notenbank zu forsch an der Zinsschraube drehen, könnte dies Turbulenzen an den Finanzmärkten auslösen.

Wäre dies der Fall, dann würde das Fed wohl den Fuss rasch wieder vom Bremspedal nehmen, heisst es am Markt. Zudem halten EZB und SNB den Ball weiterhin mit dem Hinweis flach, dass die Inflation nur ein temporäres Phänomen sei. Die Sparer müssen wohl noch länger darauf warten, bis sie wieder etwas für ihr Geld erhalten werden.

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