Eine Mehrheit der Ökonomen erwartet eine deutliche Konjunkturerholung in der Schweiz. Dies trotz der anhaltenden Corona-Pandemie.
Ungeachtet der Omikron-Welle hat sich das Stimmungsbarometer für die Schweizer Wirtschaft aufgehellt. (Symbolbild)
Ungeachtet der Omikron-Welle hat sich das Stimmungsbarometer für die Schweizer Wirtschaft aufgehellt. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Mehrheit der Finanzanalysten blickt auf eine Erholung der Konjunktur in der Schweiz.
  • Dies obschon die Omikron-Welle erste Bremsspuren in der Wirtschaft hinterlässt.
  • Die Sorgen mit Blick auf die künftige Inflation haben jedoch zugenommen.

Die Erwartung unter Schweizer Ökonomen in Bezug auf die Wirtschaftsentwicklung hat sich im Januar den zweiten Monat in Folge aufgehellt. Die Mehrheit der Experten erwartet im nächsten halben Jahr eine deutliche Konjunkturerholung in der Schweiz.

Der CS-CFA-Index, ein Stimmungsbarometer für die Schweizer Wirtschaft, stieg im Januar auf 9,5 Punkte von 0 Punkten im Dezember. Die Berg- und Talfahrt seit dem Rekord im Mai 2021 setzt der Indikator damit auch weiterhin fort.

Erholung der Konjunktur

Zwar hinterlasse die anhaltende Omikron-Welle bereits erste Bremsspuren in der Wirtschaft. Mit knapp über 80 Prozent blicke aber die grosse Mehrheit der befragten der Finanzanalysten über diese Schwierigkeiten hinweg. Zudem rechne man innerhalb des nächsten halben Jahres mit einer deutlichen Erholung der Konjunktur in der Schweiz und Europa. Das teilte die Credit Suisse am Mittwoch mit.

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Das Hauptquartier der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich. - Keystone

Etwas weniger zuversichtlich bewerten die Befragten die Aussichten für die USA. Die Wirtschaft muss in den nächsten Monaten voraussichtlich auch erste Zinserhöhungen verdauen. Für China wiederum haben sich die Erwartungen der Analysten möglicherweise durch die Lockerung der dortigen Geld- und Fiskalpolitik klar aufgehellt.

Sorgen um Inflation zugenommen

Während die Experten in puncto Wirtschaftswachstum also recht zuversichtlich sind, haben ihre Sorgen mit Blick auf die künftige Inflation zugenommen. Dazu trage die Omikron-Welle bei, welche die globalen Lieferketten erneut belasten könnte.

Dazu kommt die veränderte Kommunikation der US-Notenbank. Diese habe das Wort «vorübergehend» aus ihrer Inflationsprognose gestrichen, was zu der gestiegenen Vorsicht beitrage. Das heisst es in dem Report. Entsprechend ist der Anteil der Analysten, die mit steigenden Inflationsraten rechnen, im Januar erneut angestiegen, nachdem er zuletzt rückläufig war.

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Das Gebäude der US-Notenbank Federal Reserve System (Fed). - dpa

In diese Erwartung könnten laut CS aber auch die Ölpreise hineinspielen. Für diese werde in den nächsten sechs Monaten neu kein Rückgang mehr erwartet. Ein weiterer Faktor könnte der Arbeitsmarkt sein, für den die Experten eine anhaltend angespannte Lage prognostizieren. Für die Arbeitsmarktlage in der Schweiz sind die Analysten demnach so optimistisch wie seit dem April 2018 nicht mehr.

Portfolio auf höhere Inflation ausgerichtet

Zum Thema Inflation und US-Notenbank haben die Finanzexperten im Januar auch zwei Sonderfragen beantwortet, wie die CS weiter mitteilte. So zeige die Befragung, dass eine knappe Mehrheit der Experten ihre Portfolios auf eine höhere Inflation ausgerichtet habe. Dazu auch auf eine Normalisierung der Geldpolitik.

Die Befragten rechnen damit, dass die Normalisierung in den USA am schnellsten und in der Schweiz am langsamsten vonstattengehen wird. Dies sei bei der Sonderfrage zur Normalisierung der Geldpolitik eindeutig zu erkennen.

Inflationsrate
Inflationsrate (Symbolbild) - AFP

«95 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten die erste Zinserhöhung der Fed im ersten Halbjahr 2022. Fast zwei Drittel sogar schon im Januar- oder März-Treffen», heisst es. Für die SNB rechnen die Experten nicht vor 2024 mit einem ersten Schritt.

An der monatlichen Umfrage der CFA Society Switzerland und der Credit Suisse nahmen 42 Experten aus der Schweizer Finanzbranche teil. Sie wurde zwischen dem 13. und 20. Januar 2022 durchgeführt.

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