Novartis – Zwei Phase-3-Rückschläge lassen Aktie einbrechen
Novartis verliert nach zwei gescheiterten Phase-3-Studien innerhalb weniger Tage rund 24 Milliarden Franken Börsenwert.

Die Aktien von Novartis sind nach zwei Rückschlägen bei wichtigen Medikamentenkandidaten deutlich gefallen. Am Dienstag verloren die Titel 10,9 Prozent auf 111,80 Franken, berichtet das «SRF».
Der Börsenwert sank dadurch von rund 239 auf etwa 215 Milliarden Franken. Dieser Verlust übertraf frühere Tagesverluste beim Börsenwert während der Finanzkrise und des Corona-Crashs.
Den ersten Rückschlag meldete Novartis am 4. September mit Pelacarsen. Der Wirkstoff verfehlte in der Phase-3-Studie Lp(a)HORIZON seinen primären Endpunkt, wie «Morningstar» schreibt.
Pelacarsen enttäuscht in Phase 3
Pelacarsen sollte bei Patienten mit erhöhtem Lipoprotein(a) zur Behandlung kardiovaskulärer Risiken eingesetzt werden. Die Studie Lp(a)HORIZON deckte damit die zentrale geplante Indikation des Wirkstoffs ab.
Für Pelacarsen hatte Morningstar zuvor risikobereinigte Umsätze von 2,3 Milliarden US-Dollar für 2035 prognostiziert. Nach dem Studienergebnis wurde der Wirkstoff aus der Pipeline-Prognose des Analysehauses gestrichen.
Nur wenige Tage später folgte der nächste Rückschlag bei Del-Desiran. Der Wirkstoff verfehlte in der Phase-3-Studie HARBOR zur Myotonen Dystrophie Typ 1 ebenfalls den primären Endpunkt, berichtet die «Wallstreet Online».
Del-Desiran belastet Übernahme
In der HARBOR-Studie wurde Del-Desiran über 54 Wochen bei rund 150 Patienten untersucht. Als primärer Messwert galt die Zeit, die Betroffene zum Öffnen einer zuvor geballten Hand benötigten.
Del-Desiran ist für Novartis auch wegen der Übernahme von Avidity Biosciences relevant. Das Medikament galt als wichtigster Bestandteil der rund zwölf Milliarden US-Dollar teuren Transaktion.
Nach Angaben der «Wallstreet Online» zeigte Del-Desiran beim primären Endpunkt keinen statistisch signifikanten Vorteil gegenüber Placebo. Gleichzeitig verwies Novartis auf Hinweise bei sekundären Endpunkten und ergänzenden Analysen.
Novartis: Fokus richtet sich auf weitere Wirkstoffe
Morningstar strich nach den beiden Studienrückschlägen Pelacarsen und Del-Desiran aus seiner Pipeline-Prognose. Zudem halbierte das Analysehaus seine Prognose für Del-Brax und reduzierte den Fair Value von 109 auf 105 Franken.
Novartis hält unterdessen an seiner Prognose eines jährlichen Umsatzwachstums von fünf bis sechs Prozent zwischen 2025 und 2030 fest. Als weitere wichtige Entwicklungen nennt «Morningstar» unter anderem Remibrutinib, Ianalumab und regulatorische Entscheidungen zu weiteren Pipeline-Kandidaten.

Der starke Kursverlust folgte auf einen zuvor erreichten Rekordstand von 132,68 Franken. Laut dem «SRF» hatten die Novartis-Aktien diesen Stand erst am 3. September erreicht.












