Der Rohstoffhändler Glencore ist zurück in den schwarzen Zahlen. Bei der Präsentation des Ergebnisses fürs erste Halbjahr 2021 am Donnerstag lag der Fokus aber nicht nur auf dem akutellen Zahlenkranz des Unternehmens.
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Der Hauptsitz der Rohstoffhandelsfirma Glencore in Baar. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Vielmehr richtete sich das Scheinwerferlicht auf Gary Nagle.

Der Manager beerbte Anfang Juli Langzeit-Chef Ivan Glasenberg auf dem CEO-Posten des Rohstoffhändlers. Glasenberg hatte Glencore 20 Jahre lang geführt und verkörperte den Konzern wie kein anderer.

Entsprechend wurde Nagle an einer Telefonkonferenz als erstes gefragt, was er denn anders zu machen gedenke als sein Vorgänger. Der neue Mann an der Spitze betonte jedoch, vorerst das Meiste beim Alten belassen zu wollen. «Ich muss nichts reparieren, was nicht kaputt ist», sagte er. Und erteilte damit einem radikalen Wandel eine Absage.

Dies Aussagen erstaunen nicht. Nagle gilt als Zögling von Glasenberg. Sie kennen sich schon seit langem, stammen beide aus Südafrika und haben dort gar beide an der gleichen Universität (Witwatersrand) Rechnungswesen studiert. Laut Medienberichten wird Nagle, der zuvor Chef des Kohlegeschäfts von Glencore in Australien war, intern daher auch «Mini-Ivan» genannt.

Dass sich bei Glencore trotzdem auch Dinge ändern müssen, das zeigte Nagles Hinweis auf den unlängst überarbeiteten Verhaltenskodex des Konzerns zu Beginn der Telefonkonferenz. Wie der Glencore-Websit zu entnehmen ist, verlangt dieser «Code of Conduct» von jeder Führungskraft, dass sie ein Vorbild für integres Handeln ist.

Bedeutsam ist dies insofern, als dass Glencore erst im Juli mit einem Gerichtsfall in New York konfrontiert war. Ein ehemaliger Händler des Rohstoffgiganten bekannte sich vor einem Gericht schuldig, an einem Komplott zur Bestechung von Beamten der staatlichen nigerianischen Ölgesellschaft beteiligt gewesen zu sein.

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