Die SNB habe nicht zum Ziel, die Welt grüner zu machen. Deshalb investiert sie nicht nur nach Umweltkriterien.
Die Schweizerische Nationalbank setzt ihr Aktienportfolio laut SNB-Direktoriumsmitglied Andrea Maechler entsprechend der Gewichtung von Indizes zusammen. Es sei nicht das Ziel der Nationalbank, grüner zu werden. (Archivbild)
Die Schweizerische Nationalbank setzt ihr Aktienportfolio laut SNB-Direktoriumsmitglied Andrea Maechler entsprechend der Gewichtung von Indizes zusammen. Es sei nicht das Ziel der Nationalbank, grüner zu werden. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Das Wichtigste in Kürze

  • Das sei nicht das Mandat der Notenbank, die im Sinne ihrer geldpolitischen Ziele bei ihren Anlagen flexibel bleiben müsse.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lehnt Investitionen allein nach Umweltkriterien ab. Die SNB habe nicht das Ziel, die Welt grüner zu machen, sagte Direktoriumsmitglied Andrea Maechler am Mittwoch an einer Veranstaltung in Zürich. Das sei nicht das Mandat der Notenbank, die im Sinne ihrer geldpolitischen Ziele bei ihren Anlagen flexibel bleiben müsse.

Umweltschützer haben die SNB aufgefordert, mit ihren Investitionen Einfluss auf Konzerne zu nehmen, die mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden. Maechler erklärte, die SNB stelle ihr Aktienportfolio entsprechend der Gewichtung von Indizes zusammen. Dies beschränke die Möglichkeiten, Einzelwerte nach ökologischen Kriterien auszuwählen.

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Die Klimabewegung demonstriert gegen die SNB und fordert grünere Investitionen. (Archivbild) - zvg

Die SNB kaufe aber keine Aktien von Unternehmen, die in erster Linie mit dem Kohlebergbau Geschäfte machten, sagte Maechler. Zudem habe die Zentralbank ihren Anteil an Investitionen in Energiekonzerne insgesamt in den vergangenen zehn Jahren auf drei von elf Prozent reduziert – in Folge von Veränderungen im Marktwert der Unternehmen.

Die SNB setzt seit langem nicht nur auf Negativzinsen, sondern auf Fremdwährungskäufe, um eine für die exportabhängige Wirtschaft des Landes schädliche Aufwertung des Franken zu bekämpfen. Damit ist die Notenbank zu einem Grossinvestor mit einem Vermögen an ausländischen Währungen im Gegenwert von einer Billion Franken geworden.

WWF: Finma soll Greenwashing verhindern

Der WWF Schweiz liess seinerseits verlauten, die SNB und die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) seien weit davon entfernt, den Anforderungen der Klimakrise und des Verlustes an Biodiversität vollumfänglich gerecht zu werden.

Der WWF Schweiz fordert die Finma und die SNB auf, rasch einen gemeinsamen Fahrplan zu veröffentlichen. Der Plan solle aufzeige, wie die finanziellen Klima- und Biodiversitäts-Risiken in all ihren Tätigkeiten integriert und rasch umgesetzt werden könnten.

Die Finma solle jährlich die in der Schweiz angebotenen Finanzprodukte prüfen, um irreführende Informationen und Greenwashing zu bekämpfen. Greenwashing ist eine PR-Methode mit dem Ziel, Firmen ein grünes Image zu verleihen. Die Prüfungsberichte seien zu veröffentlichen und die Bewilligungen anzupassen.

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