Das Geldwäschereirisiko in der Schweiz hat sich laut einem jüngsten Bericht des Bundes zur Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung seit 2015 nicht grundlegend verändert. Unter anderem Kryptowährungen und Online-Casinos stellten aber neue Gefahrenfaktoren dar.
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Symbolbild der Kryptowährung Bitcoin. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Zur Geldwäscherei gingen zwischen 2015 und 2019 23'792 Verdachtsmeldungen bei der Meldestelle ein, im ungleich längeren Zeitraum davor von 2004 bis 2014 waren es bloss 12'244 gewesen.

Die Zunahme der Fälle gehe aber vor allem auf das gesteigerte Bewusstsein zurück, hiess es in dem 63-seitigen Bericht der interdepartementalen Koordinationsgruppe zur Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung (KGGT) vom Freitag.

Im Vergleich zu früher stiegen die angezeigten Vermögenswerte «erheblich» und betrafen oft Domizilgesellschaften. Zudem stammten die Verdachtsmeldungen häufiger als früher aus dem Bankensektor. Auch dies hing nach Ansicht der Experten des Bundes damit zusammen, dass Banken häufiger Meldung erstatteten. Ins Gewicht fielen auch mehrere bedeutende Geldwäschereifälle internationalen Ausmasses, darunter etwa Lava Jato in Brasilien, 1MDB in Malaysia und PDVSA in Venezuela.

Die Hauptgefährdung für die Schweiz bestand laut dem Bericht weiterhin wegen der starken internationalen Verflechtung des Finanzplatzes in Vortaten im Ausland. Zu diesen zählten vor allem Korruption, aber auch Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgungen, Missbräuche von Datenanlagen, Mitgliedschaften bei kriminellen Organisationen oder neuerdings auch gravierende Steuerdelikte. Am anfälligsten für Geldwäscherei waren Banker, Vermögensverwalter, Treuhänder sowie Rechtsanwälte und Notare, aber auch der Rohstoffhandel.

Das Risiko verschärft zu haben scheinen dem Bericht zufolge die Kryptowährungen. Diese hätten wegen der schnellen Entwicklung und steigenden Beliebtheit neue Risiken hervorgebracht. Letztlich blieb der jüngste Bericht zur genauen Bedrohung in der Schlussfolgerung aber vage.

Bei der Terrorismusfinanzierung stellte der Bund eine Entwicklung zur Einbeziehung der Finanzierung einzelner Terroristen und Dschihadreisender fest. Auch bei den Onlinespielbanken, die in der Schweiz erst seit 2019 zugelassen sind, vermuteten ein grösseres Risiko. Für eine Bilanz sei es aber noch zu früh, hiess es.

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