Klaus-Michael Kühne ist tot – Nachfolge bereits geregelt
Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne ist tot. Die Nachfolge für sein Firmenimperium hatte er bereits geregelt.

Der Hamburger Unternehmer und Milliardär Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Er starb in der Nacht zum 24. August in seinem Schweizer Wohnort Schindellegi, wie Kühne+Nagel bestätigte.
Der gebürtige Hamburger galt als einer der einflussreichsten Geschäftsmänner und reichsten Deutschen, berichtet die «Tagesschau». Kühne baute das Familienunternehmen ab den 1960er-Jahren zu einem weltweit führenden Logistikdienstleister aus.
Über seine Holding beteiligte sich der Unternehmer zudem an mehreren namhaften Konzernen. Dazu gehörten die Reederei Hapag-Lloyd und die Fluggesellschaft Lufthansa.
Kühnes Vermächtnis hat auch Schattenseiten
Der Logistikkonzern Kühne+Nagel würdigte seinen langjährigen Mehrheitsbesitzer nach dessen Tod als herausragenden Unternehmer. «Mit dem Tod von Klaus-Michael ist ein Visionär, ein grosser Unternehmer von uns gegangen», zitiert «SRF» Verwaltungsratspräsident Jörg Wolle.

Kühne gehörte zu den reichsten Deutschen und engagierte sich mit seinem Vermögen auch für Wissenschaft, Kultur und Fussball. Bekannt war er insbesondere als Mäzen des HSV; zudem investierte er unter anderem in den Fernbusanbieter Flix, schrieb «Spiegel».
Überschattet wurde sein Lebenswerk von der NS-Vergangenheit des Familienunternehmens Kühne+Nagel. Die Firma transportierte laut «WiWo» während des Zweiten Weltkriegs geraubtes jüdisches Eigentum, eine unabhängige Aufarbeitung lehnte Kühne lange ab.
Kühne-Stiftung soll Firmenvermögen übernehmen
Kühne hatte angekündigt, sein Firmenvermögen nach dem Tod an die gemeinnützige Kühne-Stiftung zu übertragen. Damit dürfte die Stiftung künftig zum zentralen Eigentümer des Beteiligungsimperiums werden, meldete «Business Insider».

Die Kühne Holding AG besass Ende 2025 rund 55,4 Prozent der Stimmrechte an Kühne+Nagel. Weitere 4,7 Prozent lagen bereits bei der Kühne-Stiftung.
Für die Führung des Beteiligungsimperiums hatte Kühne bereits zu Lebzeiten vorgesorgt. Dominik de Daniel führt die Kühne Holding seit April 2024, während Karl Gernandt deren Verwaltungsrat präsidiert, laut «Business Insider».
Kühnes Nachfolger steht bereits fest
Als Nachfolger an der Spitze der Kühne-Stiftung ist der Basler Anwalt Thomas Staehelin vorgesehen. Der langjährige Vizepräsident galt bereits vor Kühnes Tod als designierter Nachfolger, schreibt «Das Investment».
Kühne und seine Frau Christine haben keine Kinder, weshalb die Stiftungslösung frühzeitig geplant wurde. Rund zehn Tage vor seinem Tod kehrte er von Mallorca zurück und war danach in ärztlicher Behandlung, berichtet «Manager Magazin».
Eine konkrete Todesursache wurde nicht genannt. Die Kühne-Stiftung teilte jedoch mit, der Unternehmer sei nach längerer Krankheit gestorben.







