John Kerry sieht Geschäftschancen im Klima- und Meeresschutz
Der frühere US-Aussenminister John Kerry sieht Chancen bei nachhaltigen Investitionen. Gerade beim Schutz der Weltmeere gebe es immer mehr Möglichkeiten, Geld zu verdienen.

«Die Energiewende wird ganz sicher kommen – sie ist bereits im Gange», betonte Kerry am Mittwoch an einer UBS-Veranstaltung im Rahmen der Nachhaltigkeitskonferenz Building Bridges in Genf. Als Beispiel nannte er den traditionell stark von der Öl- und Gasindustrie geprägten US-Bundesstaat Texas. Dieser baue Wind- und Solarenergie sowie Batteriespeicher stark aus. «Und zwar, weil es ein gutes Geschäft ist», so Kerry.
Gleichzeitig beklagte er politischen Gegenwind. Gespräche mit Unternehmenschefs während der Klimawoche in New York hätten gezeigt, dass sich Firmen zurückzögen oder ruhig verhielten, um «nicht ins Kreuzfeuer zu geraten». Manche seien von «einer bestimmten Person» eingeschüchtert, sagte Kerry in Anspielung auf US-Präsident Donald Trump.
Kapital für den Schutz der Weltmeere
Viele Nachhaltigkeitsprojekte widmen sich dem Schutz der Weltmeere. Allerdings fällt es oft schwer, die nötige Finanzierung dafür zu sichern.
Isabel Hoffmann vom Unternehmen Replanet bezeichnete die Zeit zwischen Projektstart und ersten Einnahmen als «Tal des Todes»: Die Projekte benötigten bereits viel Kapital, erzielten aber noch keine Einnahmen.
Als Beispiel nannte sie ein Projekt auf der indonesischen Insel Sulawesi, bei dem stillgelegte Garnelenzuchtbecken teilweise mit Mangroven aufgeforstet werden. Diese binden CO2 und verbessern zugleich die Bedingungen für die Garnelenzucht. Die Bauern sollen weiter Garnelen züchten und zusätzlich mit CO2-Zertifikaten Geld verdienen.
Für das 5000 Hektaren umfassende Projekt seien 22,5 Millionen US-Dollar nötig, davon 1,5 Millionen für einen Pilotversuch. Solche Beträge seien für kleine Geldgeber oft zu gross und für grosse Investoren zu klein oder zu riskant.
Risikokapital soll private Investoren anlocken
Eine zentrale Rolle spielt daher sogenanntes katalytisches Kapital. Dabei übernehmen etwa Stiftungen oder andere risikobereite Geldgeber anfängliche Risiken, um später kommerzielle Investoren anzuziehen.
Laut Tenke Zoltani von der SDG Impact Finance Initiative nutzen 78 Prozent der Fonds im Bereich der Ozeane solches Kapital. Zu diesem Schluss kam eine Untersuchung des World Economic Forum (WEF).
Der Markt sei aber noch klein und werde als risikoreich wahrgenommen. Langfristig müsse es gelingen, auch institutionelle Investoren anzuziehen.
UBS prüft Impact-Lösung mit Ozeanen
Auch die UBS sieht Potenzial. Die Grossbank prüft laut Patrick Nussbaumer, Head of Environment bei der UBS Optimus Foundation, eine neue «ambitionierte» Impact-Lösung mit Ozeanen als einem der thematischen Schwerpunkte.
Ziel sei letztlich, solche Projekte für breitere Anlegerkreise investierbar zu machen. «Der Schlüssel ist, Mainstream-Kapital zu mobilisieren», sagte Nussbaumer.














