Inflationsangst wegen Fed und Ölpreis belasten Aktienmarkt

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Zürich,

Die Talfahrt am Schweizer Aktienmarkt scheint sich am Donnerstag fortzusetzen. Der Stabilisierungsversuch von Anfang Woche hat sich bereits am Vortag in Luft aufgelöst und die Aktienkurse sind nicht nur in der Schweiz weiter abgerutscht.

Die Talfahrt am Schweizer Aktienmarkt scheint sich am Donnerstag fortzusetzen. (Symboldbild)
Die Talfahrt am Schweizer Aktienmarkt scheint sich am Donnerstag fortzusetzen. (Symboldbild) - KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Die Eskalation im Nahen Osten mit Schäden an wichtigen Gasanlagen im Iran und in Katar jagt den Ölpreis nach oben. Entsprechend steigen die Inflationssorgen und schwinden Hoffnungen auf Zinssenkungen.

Die jüngsten Signale aus den USA unterstreichen dies. Die US-Notenbank hat am Vorabend zwar wie erwartet die Zinsen stabil gehalten, Fed-Chef Jerome Powell betonte allerdings, dass höhere Energiepreise die Inflation kurzfristig in die Höhe treiben werden. Noch sehen die Prognosen für dieses Jahr eine Zinssenkung vor, Powell warnte indes, dass diese ohne Fortschritte bei der Bekämpfung der Inflation ausbleiben könnte.

Nach Angriffen auf Anlagen der iranischen Gasindustrie am grössten Gasfeld der Welt, hatte der Iran seinerseits mit Attacken auf Gasfelder und Raffinerien in den Golfstaaten gedroht und diese Drohungen auch bereits umgesetzt. Katar hat grosse Schäden an einer Flüssiggasanlage nach einem Angriff Irans gemeldet. Katar gehört zu den grössten Gasproduzenten der Welt und spielt eine Schlüsselrolle bei der globalen Versorgung mit Flüssiggas. Darüber hinaus haben die Vereinigten Arabischen Emirate nach einem Raketenangriff eine Öl- und Gasanlage im Emirat Abu Dhabi geschlossen und US-Präsident Trump dem Iran mit einem massiven Angriff auf das wichtige Gasfeld «South Pars» gedroht.

Der Preis für ein Fass Rohöl der Sorte Brent, der bereits am Vortag kontinuierlich nach oben geklettert war, befindet sich mittlerweile auf einem Niveau von knapp 114 US-Dollar und strebt damit wieder Richtung Jahreshoch. Der diesjährige Spitzenwert zu Beginn der zweiten Kriegswoche lag bei knapp 120 Dollar.

Die Sorge um eine Energiekrise wachse, da im katarischen Ras Laffan das weltgrösste Exportterminal für verflüssigtes Gas betrieben wird, heisst es denn auch in einem Kommentar der LBBW. Die Bank sieht den Irankrieg auf einer neuen Eskalationsstufe.

So geht es auch mit den Aktienkursen hierzulande weiter nach unten. Die Bank Julius Bär berechnet den vorbörslichen SMI am Mittwoch gegen 08.25 Uhr 0,83 Prozent tiefer bei 12'660 Punkten. Das bisherige Jahrestief liegt bei 12'685. Der SMIM, wo die momentan relativ stabilen Nestlé und Roche nicht enthalten sind, geht gar um 1,28 Prozent auf 2889,00 Punkte zurück.

Die Spannweite der vorbörslich gestellten Aktienkurse ist relativ breit. Die grössten Verluste zeigen derzeit Amrize und Swisscom mit einem Minus von je über 2 Prozent. Bei ABB, Holcim, Kühne+Nagel oder Lonza liegen die Verluste zwischen gut 1 und 1,5 Prozent.

Für etwas Stabilität sorgen die defensiven Schwergewichte Roche und Nestlé, welche beide knapp im Plus liegen.

Kommentare

User #2377 (nicht angemeldet)

Komisch.... wissen die denn nicht das 75% des Ölpreises freiwillige selbst erfundenen Staatsabgaben/Steuern sind?

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