HHLA-Vorstandschefin weist Kritik an Cosco-Einstieg zurück

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    Der chinesische Staatskonzern soll Teile des Hafenunternehmens HHLA übernehmen. Dieses wehrt sich nun gegen aufgekommene Kritik.

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    Containerschiff an einem HHLA-Terminal in Hamburg. (Archivbild) - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • HHLA verteidigt den bevorstehenden Einstieg des chinesischen Konzerns Cosco.
    • Das Hamburger Hafenunternehmen betonte die «Bedeutung für die Wirtschaftsentwicklung.»

    Das Hafenunternehmen HHLA hat die Genehmigung zum Einstieg des chinesischen Staatskonzerns Cosco in eines ihrer Hamburger Containerterminals begrüsst und Kritik an der Vereinbarung zurückgewiesen.

    «Die Zusammenarbeit zwischen HHLA und Cosco schafft keine einseitigen Abhängigkeiten», erklärte die HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath am Mittwoch in Hamburg. Die HHLA bleibe ein eigenständiges börsennotiertes Unternehmen mit der Hansestadt Hamburg als ihrem wichtigsten Anteilseigner.

    HHLA
    2021 hatten der Hamburger Hafenlogistiker HHLA und der chinesische Terminalbetreiber Cosco Shipping Ports Limited eine Vereinbarung über eine 35-prozentige Beteiligung getroffen. - Marcus Brandt/dpa

    Titzrath betonte zugleich die wirtschaftliche Bedeutung der Zusammenarbeit mit Cosco für ihr Unternehmen. Der Einstieg des chinesischen Unternehmens stärke die «Zukunftsfähigkeit der HHLA» und sichere Arbeitsplätze im Hamburger Hafen. Durch die Cosco-Beteiligung am dem von der HHLA betriebenen Containerterminal Tollerort werde dieses zu einer zentrale Drehscheibe für den Warenhandel mit Asien. Die Zusammenarbeit stärke auch die Bundesrepublik als «Exportnation».

    Grünes Licht für Beteiligung

    Die Bundesregierung gab am Mittwoch nach wochenlangen Debatten grünes Licht für eine Beteiligung des chinesischen Staatsunternehmens an dem Terminal, das von einer konzernintern eigenständig agierenden HHLA-Tochterfirma betrieben wird. Cosco darf demnach aber maximal 24,9 Prozent der Tochtergesellschaft erwerben.

    Cosco und HHLA hatten sich ursprünglich auf den Verkauf eines Anteils von 35 Prozent verständigt. Titzrath kündigte an, beide Konzerne würden nun «zeitnah» Gespräche über eine «entsprechende Anpassung» ihrer Verkaufsvereinbarung führen.

    Hamburger Hafen
    Containerterminal im Hamburger Hafen. - sda - KEYSTONE/AP/JAE C. HONG

    Da es sich bei Cosco um ein Unternehmen von ausserhalb der EU handelt, stand der zwischen den beiden Firmen bereits vor gut einem Jahr auf den Weg gebrachte Deal unter einem Investitionsgenehmigungsvorbehalt der Bundesregierung. Im Laufe des Prüfverfahrens offenbarten sich gravierende Differenzen innerhalb der Regierung.

    Bundesministerien lehnten Einstieg bisher ab

    Sechs Bundesministerien lehnten den Einstieg des Staatskonzerns aus Sorge vor wachsender chinesischer Einflussnahme auf wichtige Infrastrukturen bis zuletzt ab. Das Kanzleramt setzte aber einen Kompromiss durch, der eine von 35 Prozent auf maximal 24,9 Prozent reduzierte reine Finanzbeteiligung ohne strategische Dimension vorsieht. Am Mittwoch stimmte das Bundeskabinett dieser Lösung zu.

    Titzrath erklärte dazu weiter, «ein Unternehmen wie die HHLA muss und will gute Beziehungen zu seinen chinesischen Handelspartnern pflegen». China habe schliesslich ein enormes wirtschaftliches Gewicht. Auch die HHLA verschliesse die Augen nicht vor Menschenrechtsverletzungen und der Unterdrückung von Minderheiten. «Differenzen» könnten allerdings nur «im Dialog» beseitigt werden, fügte die Vorstandsvorsitzende an.

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