Helvetia Baloise kommt bei Fusion schneller als geplant voran
In der Schweiz wächst mit der Helvetia Baloise ein Versicherer mit europäischer Strahlkraft heran. Die Arbeiten zur Fusion der Traditionsversicherer Helvetia und Baloise laufen auf Hochtouren und machen auch vor bewährten Kräften nicht Halt. Die Anleger dürfen auch üppige Dividendenzahlungen hoffen.

«Wir kommen mit den Fusionsarbeiten zügiger voran als ursprünglich angenommen», sagte Konzernchef Fabian Rupprecht am Donnerstag in Zürich vor Medienvertretern anlässlich der erstmaligen Vorlage von Halbjahreszahlen unter dem gemeinsamen Dach. «Wir sind mit dem Erreichten sehr zufrieden.»
In der Schweiz und in Deutschland tritt der am 5. Dezember 2025 zusammengeführte Konzern bereits unter dem Markennamen Helvetia im Schriftbild der früheren Baloise auf. In diesen Märkten konnten laut Rupprecht auch die operativen Einheiten rascher als erwartet zusammengeführt werden. Dabei seien kaum Kunden verloren gegangen.
Während die Versicherungsberater und -vermittler in der Schweiz und Deutschland die neu aufgestellten Produktpaletten aus einer Hand anbieten, sollen die weiteren Auslandsmärkte wie Spanien, Luxemburg oder Belgien dem Vorbild in den beiden kommenden Jahren folgen. Auf dem Programm stehen etwa auch noch die Zusammenführung von IT-Systemen und Geschäftsprozessen.
Die Fusion wird von einem tiefgreifenden Stellenabbau begleitet. Von den ursprünglich rund 22'000 Vollzeitstellen werden laut den bereits kommunizierten Plänen konzernweit 2000 bis 2600 wegfallen. «Daran halten wir fest», sagte Rupprecht. Am Ende werde aber ein wesentlicher Teil davon sozial verträglich erfolgen, unter anderem durch freiwillige Abgänge oder vorzeitige Pensionierungen.
Abgänge gibt es auch in der Geschäftsleitung: Der ehemalige Baloise-Chef Michael Müller, der für die Integration Mitverantwortung trägt, und Technologie-Chef Alexander Bockelmann, auch von der Baloise, treten Ende September ab. In der neuen Struktur werden die Bereiche Technologie und Transformation zusammengelegt und ab Oktober von Sandra Hürlimann geleitet.
Ziel des Zusammenschlusses ist nebst einer stärkeren Marktposition auch die Verbesserung der Profitabilität. Der zügige Integrationskurs trägt diesbezüglich die ersten Früchte. So sind von den angestrebten Effizienz- und Synergiezielen im Gesamtumfang von 650 Millionen Franken beinahe die Hälfte umgesetzt worden.
Noch nicht allzu aussagekräftig sind die zum ersten Halbjahr 2026 vorgelegten Geschäftszahlen. Schliesslich sind sie mit den pro-forma Vorjahreswerten, die auch auf Annahmen beruhen, nur bedingt vergleichbar. Mit dem um Sonderfaktoren bereinigten Halbjahresgewinn von knapp 632 Millionen Franken hat der noch junge Konzern besser als erwartet abgeschnitten.
Im zweiten Halbjahr werden die Hagelunwetter vom 28. August auch für die Helvetia Baloise zum Belastungsfaktor. «Wir gehen von Kosten nach Abzug der Rückversicherungsdeckung von 120 bis 140 Millionen Franken aus», sagte Finanzchef Matthias Henny. Ein Grossteil davon beruht auf Hagelschäden an Autos. Die Gruppe sei aber genügend gut kapitalisiert, um den Millionenschaden stemmen zu können, so Henny.
An der Börse sorgen die Fortschritte auf dem Fusionskurs für Begeisterung und die Aktie legt am frühen Donnerstagnachmittag um 4,5 Prozent zu. Die Titel sollen zu einer Dividendenperle heranreifen. Dazu stellte die Gruppe für die Jahre 2026 bis 2028 gesamthaft Ausschüttungen von 2,8 Milliarden Franken in Aussicht und 2029 soll die Dividende mindestens 50 Prozent über dem Niveau von 2025 liegen.










