Finanzbranche holt bei Frauen im Topmanagement auf

Keystone-SDA
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Zürich,

Spitzenpositionen in der Finanzbranche waren lange Zeit fest in Männerhand. In den vergangenen Jahren haben jedoch deutlich mehr Frauen Einsitz in den Geschäftsleitungen von Banken und Versicherungen genommen. Mit Blick auf den vom Bund angestrebten Richtwert, liegen die meisten Firmen auf Kurs, wie eine Datenauswertung von AWP zeigt.

Frauen Geschäftsleitung
In den vergangenen Jahren haben deutlich mehr Frauen Einsitz in den Geschäftsleitungen von Banken und Versicherungen genommen. (Symbolbild) - keystone

Bei den im Rahmen der Auswertung betrachteten 34 an der Schweizer Börse gelisteten Banken und Versicherungen wird derzeit gut jeder fünfte Posten in der Geschäftsleitung von einer Frau besetzt. Mit 21 Prozent bewegt sich der Frauenanteil zwar nach wie vor auf einem eher tiefen Niveau, verglichen mit 2021 ist er jedoch um 8 Prozentpunkte gestiegen.

Ein Vergleich mit anderen Branchen zeigt, dass der Finanzsektor etwas besser abschneidet als der Durchschnitt. Über alle Branchen hinweg hat sich die Frauenquote in der operativen Führung der börsenkotierten Firmen im selben Zeitraum um ebenfalls 8 Punkte auf 19 Prozent verbessert.

Anfang 2021 hatte der Bund für grosse börsenkotierte Firmen mit Sitz in der Schweiz Richtwerte zu den Frauenquoten festgelegt. Demnach haben die Unternehmen bis 2031 Zeit, im Topmanagement eine Frauenquote von 20 Prozent zu erreichen. Gelingt dies nicht, müssen die Firmen im Vergütungsbericht Gründe nennen und Massnahmen aufzählen, die zur Erreichung beitragen.

Bereits heute haben die Bankgruppe Vontobel, der Versicherer Zurich (Frauenanteil von je 50 Prozent), die Basellandschaftliche Kantonalbank (40 Prozent), die Basler Kantonalbank, die Partners Group, Swiss Re (jeweils 33 Prozent) und die UBS mit 31 Prozent den vorgegebenen Richtwert klar übertroffen.

Auf der anderen Seite gibt es bei einigen Firmen noch Luft nach oben. Prominentes Beispiel ist die Swiss Life. Beim Finanzkonzern sitzt aktuell keine einzige Frau in der achtköpfigen Geschäftsleitung. Immerhin: Zählt man die Frauen aus dem Senior Management dazu, dann beträgt der Frauenanteil in der obersten Führungsebene 16 Prozent, wie es im Nachhaltigkeitsbericht der Gruppe heisst.

Die Erhöhung des Anteils weiblicher Führungskräfte sei Teil der internen Zielsetzungen, schreibt Swiss Life auf Anfrage von AWP. Es werde grosser Wert auf die interne Förderung von Führungskräften über alle Hierarchiestufen hinweg gelegt, insbesondere auch von weiblichen Talenten. Das sei auch dank Massnahmen zur Förderung der Geschlechterdiversität gelungen, wie Ausbildungsangebote, das Aufzeigen von Karriereoptionen oder flexible Arbeitsmodelle.

Viel zu tun gibt es auch bei den Kantonalbanken aus St.Gallen und Thurgau, beim VZ Vermögenszentrum oder der Hypothekarbank Lenzburg, die derzeit keine Frauen in der Geschäftsleitung beschäftigen. Die Hypi Lenzburg nimmt dennoch eine Pionierrolle für weibliche Führungspersonen ein. Von 2010 bis 2024 war Marianne Wildi CEO der Bank und seit 2025 präsidiert sie den Verwaltungsrat.

Immer mehr Frauen steigen im Finanzsektor auch in wichtige Positionen auf. So bekleiden beim Rückversicherer Swiss Re Kera McDonald als Underwriting-Chefin und Velina Peneva als Investment-Chefin äusserst wichtige Posten im Konzern. Und Evangelia Kostakis ist noch bis August Finanzchefin bei der Bank Julius Bär.

Gar noch weiter nach oben könnte die Reise für Claudia Cordioli, derzeit Finanzchefin beim Versicherungskonzern Zurich, oder für Beatriz Martin, operative Chefin (COO) der UBS, gehen. Beide Topmanagerinnen werden als Kandidatinnen auf die möglicherweise bald in ihren Firmen frei werdenden CEO-Sessel von Mario Greco beziehungsweise von Sergio Ermotti genannt. Bei der Basler Kantonalbank ist Regula Berger bereits CEO.

Das haben Mirjam Bamberger jüngst beim Krankenversicherer CSS, Laura Gersch vor gut anderthalb Jahren bei der Allianz Suisse und Michèle Rodoni beim genossenschaftlich organisierten Versicherungsriesen Mobiliar abseits der Börse ebenfalls geschafft. Rodoni leitet als CEO seit 2021 die Geschicke bei der Mobiliar.

Für die Mobiliar-Chefin Michèle Rodoni spielt Diversität in Unternehmen eine wichtige Rolle, wie sie gegenüber AWP erklärt. «Es geht dabei um mehr als nur die Geschlechterfrage», so Rodoni. Teams, in denen verschiedene Geschlechter, unterschiedliche Erfahrungen, Alter, Kulturen und Sprachen vertreten seien, seien nachweislich erfolgreicher.

Rodoni sieht im Finanzbereich «viele weitere talentierte und ambitionierte Frauen», die es zu fördern gelte. Beim Thema «Frauen in Spitzenpositionen» seien die Versicherer auf einem guten Weg. «Ich zähle auf die nachfolgenden Generationen, dass sie diesen fortsetzen.»

Kommentare

User #4383 (nicht angemeldet)

Aber nicht bei Frau Lääri abwerben?

User #2562 (nicht angemeldet)

gähn

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