Sollen die umfangreichen US-Konjunkturhilfen bald heruntergefahren werden? Die Debatte innerhalb des Federal Reserve System nimmt zu.
Federal Reserve System fed
Das Logo des Federal Reserve System. (Archivbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Fed diskutiert über das Herunterfahren der umfangreichen Konjunkturhilfen.
  • Das Beschäftigungsziel wird aus Sicht der meisten Währungshüter nicht erreicht.
  • Der Arbeitsmarkt erholt sich derweil aber weiter.

Die Diskussionen innerhalb des Federal Reserve System über ein baldiges Herunterfahren der umfangreichen Konjunkturhilfen in den USA nehmen zu.

Das als Voraussetzung für eine Verringerung der Notenbank-Unterstützung geltende Beschäftigungsziel werde aus Sicht der meisten Währungshüter dieses Jahr nicht erreicht. Das hiess im Protokoll der Juli-Sitzung, das das Federal Reserve System am Mittwoch veröffentlichte.

Bislang sei dies aber noch nicht der Fall. Deutlich wurden die Differenzen unter den Dollar-Währungshütern. So äusserten einige Notenbanker, die Geldpolitik werde weiter benötigt, um die coronabedingten Schäden auf dem US-Arbeitsmarkt zu beheben. Andere dagegen argumentierten, die Fed könne dazu nur wenig beitragen.

Federal Reserve System Powell
Jerome Powell ist Vorsitzender des Federal Reserve System der USA. - keystone

Federal Reserve System hält Wertpapierkäufe in vollem Umfang bei

Die US-Notenbank hatte zwar auf der Juli-Sitzung den Leitzins weiterhin bei null bis 0,25 Prozent belassen. Auch hat sie ihre Wertpapierkäufe von monatlich 120 Milliarden Dollar in vollem Umfang beibehalten.

Die Währungshüter seien betreffend Zeitplan, Tempo und Ausgestaltung einer möglichen Verringerung der massiven Konjunkturhilfen erstmals tief in die Materie eingestiegen. Das hatte Fed-Chef Jerome Powell aber nach der Sitzung gesagt.

Coronavirus - Arbeitsmarkt USA
Ein Jobcenter in Pasadena, USA. (Symbolbild) - dpa

Im Fachjargon wird zumeist von «tapering» gesprochen. Die Fed will an den Käufen nicht rütteln, bis aus ihrer Sicht erhebliche Fortschritte bei Preisstabilität und Arbeitslosigkeit erreicht sind.

Wirtschaft erholt sich weiter

Laut den Protokollen waren die Währungshüter zum Abschluss des Treffens aber einer Ansicht: Trotz der Ausbreitung der Delta-Variante hätte man weiterhin Zuversicht in die Erholung der Wirtschaft. Ungeachtet des Vorpreschens der Delta-Variante in den letzten Wochen blieb die US-Konjunktur zuletzt in der Spur.

Dies zeigte unter anderem eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. So entstanden im Juli 943'000 neue Jobs ausserhalb der Landwirtschaft, 5000 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank von 5,9 auf 5,4 Prozent im Juli. Der Rückgang fiel zudem stärker aus als erwartet worden war.

Mehr zum Thema:

Arbeitslosenquote Arbeitslosigkeit Arbeitsmarkt Geldpolitik Dollar Jobs