Experte erachtet Obergrenze bei Hotelbetten als kontraproduktiv

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Luzern,

Der Tourismusexperte Florian Eggli erachtet eine Obergrenze für Hotelbetten zur Bekämpfung des Übertourismus als kontraproduktiv. «Begrenzt man die Hotels, fördert man jene Gruppen, die per Car für ein schnelles Foto und den Uhrenkauf kommen, aber keine nachhaltige Wertschöpfung hinterlassen», sagte er in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung».

Hotelbetten
Der Tourismusexperte Florian Eggli erachtet eine Obergrenze für Hotelbetten zur Bekämpfung des Übertourismus als kontraproduktiv. (Symbolbild) - keystone

Eggli äusserte sich damit zu einer links-grünen Initiative in Luzern, die die Anzahl der Hotelbetten begrenzen will. «Die Linke wehrt sich vehement gegen Overtourism, lehnt aber eine Begrenzung der Zuwanderung ab», sagte der Leiter des Instituts für Tourismus und Mobilität an der Hochschule Luzern. Bei der rechtsbürgerlichen Seite sei es genau umgekehrt: Dort bekämpfe man die Zuwanderung, verteidige im Tourismus aber primär den Wirtschaftsfaktor und die finanzielle Wertschöpfung.

Er sehe jedoch Parallelen zwischen Übertourismus und Zuwanderung: «Bei beiden Themen geht es im Kern um die Angst vor dem Verlust der Identität und um einen gefühlten Dichtestress.»

Wenn beliebte Orte plötzlich aufgrund von Beiträgen in sozialen Medien populär würden, hätten Verwaltungen heute kaum noch Zeit, sich auf die Veränderung einzustellen. «Heute kann der Ansturm über Nacht erfolgen – und ohne dass es zuvor Anzeichen gab», sagte Eggli weiter.

Als Beispiel nannte er das Dorf Iseltwald im Berner Oberland, das durch eine Netflix-Serie unvermittelt Berühmtheit erlangt habe. Für ein Selfie auf dem in der Serie gezeigten Steg verlange die Gemeinde von Touristinnen und Touristen heute fünf Franken.

Solche Gebühren würden Gäste, die bereits Tausende Franken in Flug und Hotel investiert hätten, natürlich nicht abschrecken. Dennoch könne dies eine sinnvolle Massnahme sein, um eine Gemeinde zu refinanzieren. «Damit können die Begleitmassnahmen finanziert werden, die durch den Ansturm entstehen – wie die Abfallentsorgung oder öffentliche Toiletten», sagte Eggli.

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