Edelmetallvereinigung ASMP lanciert Plattform zur Goldherkunft
Der Dachverband der Schweizerischen Edelmetallindustrie (ASMP) hat eine neue Onlineplattform zur Herkunft von Gold eingeführt. Diese ist öffentlich zugänglich und soll nachvollziehbar machen, woher das von den Mitgliedern des Verbands verarbeitete Edelmetall stammt.

Mit der «Swiss Precious Metals Transparency Platform» reagiert die ASMP laut einer Mitteilung vom Donnerstag auf die zunehmende Debatte über globale Lieferketten und die Herkunft von Edelmetallen. Bereits im Oktober hatte der Verband die Einführung eines solchen Instruments angekündigt.
Ziel sei es, Informationen zugänglicher zu machen, die bislang schwer zu beschaffen oder gar nicht öffentlich verfügbar gewesen seien, hiess es in der Mitteilung.
Nutzerinnen und Nutzer können auf der Website pm-transparency.swiss auf eine interaktive Karte zugreifen. Anhand dieser können sie sehen, wie viel Gold aus der jeweiligen Region stammt, um welche Art von Gold es sich handelt – etwa aus industriellem Bergbau, Kleinbergbau oder Recycling – sowie wer als Lieferant auftritt.
Die derzeit veröffentlichten Daten beziehen sich auf das Jahr 2024. Eine Aktualisierung auf 2025 ist im Lauf des ersten Quartals 2026 vorgesehen. Künftig sollen die Angaben jährlich erneuert und die Plattform schrittweise erweitert werden.
Neben dem öffentlichen Bereich umfasse die Plattform zudem einen nicht einsehbaren Teil für die Eidgenössische Edelmetallkontrolle, schrieb die ASMP. Diese erhalten Zugriff auf eine strukturierte Datenquelle zur Unterstützung bestehender Prüfprozesse.
Entwickelt wurde die Anwendung gemeinsam mit dem Schweizer Technologieunternehmen aXedras. Nach Angaben des Verbands handelt es sich um eines der ersten Projekte dieser Art weltweit und es ist Teil eines längerfristigen Engagements der ASMP, um die Transparenz und Aufsicht im Schweizer Edelmetallsektor weiter auszubauen.
Die Nichtregierungsorganisation Swissaid begrüsst die Bemühungen der ASMP für mehr Transparenz im Goldsektor grundsätzlich, denn das Risiko des Imports von Konfliktgold sei hoch. Zum ersten Mal würden nun die Namen einiger Lieferanten oder Minen veröffentlicht, von denen die Schweizer Raffinerien ihr Gold beziehen, hiess es in einer ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung.
Jedoch greife die Plattform zu kurz, denn sie biete nur begrenzte Transparenz, schrieb Swissaid weiter. So würden unter anderem lediglich ausgewählte Lieferanten aus sogenannten Hochrisikoländern und Minen genannt. Zudem fehlten Informationen zu Nicht-Mitgliedern des Verbandes. Weil die Daten zusammengefasst seien, könnten sie auch den Schweizer Raffinerien nicht zugeordnet werden.






