Weitere Zinserhöhungen, unter anderem von der SNB, haben an den Märkten für grosse Verluste gesorgt. Der Dax Performance Index fiel in Richtung 13.000 Punkte.
Dax Performance Index
Der Dax Performance Index sinkt weiter. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Aktienmärkte stehen wegen der Zinserhöhung der SNB unter grossen Druck.
  • In Frankfurt sackte der Dax ab und büsste am Ende 3,31 Prozent auf 13.038,49 Punkte ein.

Am Donnerstag schloss der Dax Performance Index schwach. Grund dafür sind Zinserhöhungen europäischer Notenbanken.

Auch die unerwartete Zinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Europas setzte die ohnehin fragile Börsen schwer unter Druck. Die Talfahrt verschärfte sich am Nachmittag. Dies, nachdem die US-Börsen nach ihrer Erholung zur Wochenmitte mit Verlusten in den Handel gestartet waren.

Dax Performance Index auf dem Weg zu 13.000 Punkte

In Frankfurt sackte der Dax Performance Index in Richtung der runden Marke von 13.000 Zählern ab und büsste am Ende 3,31 Prozent auf 13.038,49 Punkte ein. Der deutsche Leitindex bewegt sich damit auf dem tiefsten Niveau seit Anfang März.

Dax Performance Index
Die Aktien im Dax Performance Index sind auf Talfahrt. (Symbolbild) - Keystone

Der MDax der mittelgrossen Werte fiel um 3,77 Prozent auf 26.735,77 Zähler, nachdem er zwischenzeitlich den tiefsten Stand seit November 2020 erreicht hatte.

SNB und Bank of England heben die Zinsen an

Die SNB erhöhte den Leitzins überraschend um 0,50 Prozentpunkte und begründete dies als Massnahme gegen inflationären Druck. Laut einem Marktteilnehmer hatte so gut wie kein Ökonom mit der Handlung der SNB gerechnet. Dass sich die Schweizerische Nationalbank zu diesem Zeitpunkt in die Riege der zinserhöhenden Notenbanken einreiht, kam völlig unerwartet.

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Die Schweizerische Nationalbank SNB in Bern. Thomas Jordan erklärt die Anhebung des Leitzsinses. - Keystone

Neben der SNB hob am Donnerstag auch die Bank of England (BoE) ihren Leitzins an. Dies um weitere 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent. Dies war wiederum erwartet worden.

Online-Modehändler Zalando und Asos unter starken Druck

Am Markt standen Online-Modehändler im Fokus nach einer gesenkten Prognose von Asos und einem enttäuschenden Zwischenbericht von Boohoo. Dies setzte die Aktien des deutschen Konkurrenten Zalando erheblich unter Druck. Die Papiere fielen als Schlusslicht im Dax Performance Index um 12,4 Prozent. Auch die 39 anderen Index-Werte schlossen im Minus.

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Unter dem Strich verzeichnete Zalando im ersten Quartal einen Fehlbetrag von gut 61 Millionen Euro nach plus 34,5 Millionen Euro im Vorjahr. - Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/ZB

Die Aktien von BASF und Uniper gehörten mit hohen Kursverlusten von 6,9 beziehungsweise 9,7 Prozent ebenfalls zu den schwächsten Werten. Hauptgrund dürfte die weitere Reduzierung der Gaslieferungen nach Deutschland durch den russischen Energiekonzern Gazprom sein. Bei der BASF etwa bedroht ein möglicher Stopp russischer Gaslieferungen die Produktion am Chemiestandort Ludwigshafen.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büsste 2,96 Prozent auf 3427,91 Punkte ein. Der Pariser Cac 40 geriet etwas weniger stark unter Druck, während der Londoner FTSE 100 um gut 3 Prozent absackte. In New York fiel das Leitbarometer Dow Jones Industrial zum Börsenschluss in Europa um 2,5 Prozent.

Der Euro profitierte von den schwachen US-Konjunkturdaten und kostete zuletzt 1,0513 US-Dollar. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0400 (Mittwoch: 1,0431) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9615 (0,9587) Euro.

Am Rentenmarkt gingen die Kurse auf Talfahrt. Die Umlaufrendite stieg im Gegenzug von 1,66 Prozent am Vortag auf 1,72 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,27 Prozent auf 130,47 Punkte nach.

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