Darum lagern die Niederlande ihr Gold nicht mehr in den USA
Die Niederlande ziehen einen Grossteil ihrer Goldreserven aus den USA ab. Geopolitische Risiken und Misstrauen gegenüber Trump spielen die Schlüsselrolle.

Die Niederlande haben einen Grossteil ihrer Goldreserven aus den USA und Kanada nach London verschoben. Wie das «SRF» berichtet, wurden rund 86 Tonnen Gold aus New York und Ottawa abgezogen.
Das entspricht etwa einem Viertel der niederländischen Goldvorräte, die bislang in Nordamerika lagerten. Insgesamt verfügen die Niederlande über 313 Tonnen Gold.
Die niederländische Zentralbank DNB begründete den Schritt mit wachsenden geopolitischen Risiken, wie der «ORF» berichtet. Der Anteil der USA an den niederländischen Goldreserven sank dabei von gut 31 auf nur noch 18,5 Prozent.
Niederlande: Misstrauen gegenüber den USA als Auslöser
SRF-Wirtschaftskorrespondent Pascal Lago nennt als Hauptgrund das schwindende Vertrauen in die USA unter Präsident Donald Trump. Die zunehmenden Angriffe Trumps auf die US-Notenbank Fed hätten die Unabhängigkeit der Zentralbank infrage gestellt.
Die Befürchtung wachse, dass die USA im Zuge von Sanktionen oder Handelsstreitigkeiten das Gold beschlagnahmen könnten, erklärt Lago laut «SRF». Deshalb wollen die Niederlande ihre Goldreserven nicht mehr in diesem Ausmass in den USA lagern.
Auch der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und Kanada spielte eine Rolle. Die USA haben neue Zölle auf Stahl, Aluminium, Holz und Fahrzeuge angekündigt, wie der «ORF» berichtet.
Komplexer Transport über Monate
Die Verlagerung war aufwendig und erstreckte sich von März bis August. Laut dem «ORF» wurden rund 59 Tonnen Gold in New York verkauft und gleichzeitig konformes Gold in London erworben.
Weitere 27 Tonnen wurden physisch von Nordamerika in die Niederlande transportiert, berichtet der «ORF». Der Standardweg für solche Transporte ist die Luftfracht.

DNB-Chef Olaf Sleijpen erklärte laut «T-Online», der Schritt verbessere die Einsatzfähigkeit der Goldreserve erheblich. Man gehe zwar nicht davon aus, das Gold je einsetzen zu müssen, doch die Widerstandsfähigkeit müsse gestärkt werden.
Niederlande nicht allein
Die Niederlande sind nicht das erste Land, das Gold aus den USA abzieht. Frankreich hat Anfang des Jahres seine letzten Goldreserven aus den USA nach Europa gebracht, wie der «Focus» meldet.
Laut dem «SRF» wächst auch in Deutschland und Italien der politische Druck, ähnliche Schritte einzuleiten.
Die deutsche Bundesbank sieht bislang jedoch keinen Handlungsbedarf, wie «T-Online» berichtet. Die Bundesbank hält mit 3350 Tonnen die zweitgrössten Goldreserven weltweit – nur die USA besitzen mehr.












