Britische Wirtschaft stagniert im vierten Quartal 2019

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    Die Brexit-Unsicherheit hat die britische Wirtschaft Ende 2019 ausgebremst. Schuld daran trägt unter anderem der Ausstieg aus der EU.

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    Die britische Wirtschaft schrumpft unerwartet. - sda - KEYSTONE/EPA/ANDY RAIN

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im Vierten Quartal 2019 stagnierte die Wirtschaft Grossbritanniens.
    • Das Bruttoinlandprodukt stieg nur langsam um 1,1 Prozent an.
    • Das Hin- und Her vor dem Brexit sorgte bei Verbrauchern und Firmen für Unsicherheit.

    Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte zwischen Oktober und Dezember zum Vorquartal, wie das nationale Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Zum Vorjahresquartal ging es nur um 1,1 Prozent bergauf und damit so langsam wie seit Anfang 2018 nicht mehr.

    Schwächeres Wachstum nur Mitte 2012

    Ein schwächeres Wachstum gab es zuletzt Mitte 2012. «Dies ist eine schmutzige Zahl, die den wahren Eindruck von der Leistung der britischen Wirtschaft vermittelt, die durch die Wahl vom 12. Dezember verschleiert wurde», sagte Jeremy Thomson-Cook, Chefökonom beim Zahlungsanbieter Equals Group. Nach dem klaren Wahlsieg von Premierminister Boris Johnson signalisierten die jüngsten Konjunktur-Daten allerdings mehr Optimismus.

    Brexit
    Brexit-Anhänger feiern in London das Ende der EU-Mitgliedschaft ihres Landes. Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

    Grossbritannien hat Ende Januar die EU verlassen. Das monatelange Hickhack um den Brexit zuvor sorgte allerdings für Verunsicherung bei britischen Firmen und Verbrauchern. Nach der Trennung müssen Grossbritannien und die Europäische Union nun ihre künftigen Beziehungen klären - etwa im Handel.

    Johnson hat angekündigt, dass seine Regierung die dazu vorgesehene Frist bis Ende des Jahres nicht verlängern wird. Damit bleibe für Märkte, Verbraucher und Unternehmen das Risiko eines ungeordneten Brexits zum Jahresende bestehen, sagte Analyst Kallum Pickering von der Berenberg Bank.

    Erholung Anfang 2020 eher fragil als stabil

    Ende 2019 zeigte sich der private Konsum, der die Wirtschaft lange angekurbelt hat, mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent so schwach wie seit vier Jahren nicht mehr. Die Investitionen sackten um ein Prozent ab - so stark wie zuletzt Ende 2016. Auch Industrie-Daten boten ein trübes Bild. So drosselten die Betriebe im Ende 2019 ihre Produktion um 2,5 Prozent zum Vorjahresquartal - so stark wie zuletzt im dritten Quartal 2013.

    Ende Januar hielt die britische Notenbank (BOE) ihr geldpolitisches Pulver trocken und änderte den Leitzins unmittelbar vor dem EU-Austritt nicht. Die Währungshüter verwiesen auf ein Anziehen der Konjunktur, nannten die Erholung aber fragil. Die Bank of England liess auch die Tür für eine Lockerung offen: Sollte sich die Belebung der Wirtschaft nicht als nachhaltig erweisen, könne ein Anschub durch die Geldpolitik nötig werden.

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