US-Präsident Joe Biden will diese Woche bekanntgeben, ob er Notenbankchef Jerome Powell für eine zweite Amtszeit nominiert.
Fed-Chef Powell (r.) und Fed-Vorständin Brainard
Fed-Chef Powell (r.) und Fed-Vorständin Brainard - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Frage einer weiteren Amtszeit für Fed-Chef Jerome Powell.

Biden sagte am Dienstag bei einem Besuch im Bundesstaat New Hampshire, er werde seine mit Spannung erwartete Entscheidung zur Spitze der Federal Reserve (Fed) in «etwa vier Tagen» verkünden.

Powells laufende vierjährige Amtszeit endet im kommenden Februar. Biden könnte den 68-jährigen Republikaner, der auch bei vielen Demokraten hohes Ansehen geniesst, für eine weitere Amtszeit nominieren.

Der Präsident könnte sich aber auch für einen Wechsel an der Spitze der mächtigen Notenbank entscheiden, wie es Teile seiner Partei fordern. Als Favoritin würde dann Fed-Vorständin Lael Brainard gelten, eine Demokratin. Die 59-Jährige, die in Hamburg auf die Welt kam, könnte sich für eine strengere Bankenregulierung einsetzen, dürfte aber geldpolitisch einen ähnlichen Kurs fahren wie Powell.

Allerdings muss die Personalie noch vom Senat bestätigt werden. Dort stellen Bidens Demokraten und die oppositionellen Republikaner jeweils 50 Senatoren, in Pattsituationen gibt Vizepräsidentin Kamala Harris mit ihrer Stimme den Ausschlag.

Die Entscheidung zur Fed-Spitze kommt zu einem für die US-Wirtschaft und Finanzmärkte kritischen Zeitpunkt. Die Notenbank hatte im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie eine zentrale Rolle gespielt. Sie senkte im März 2020 die Leitzinsen auf zwischen Null und 0,25 Prozent und pumpte monatlich 120 Milliarden Dollar (rund 104 Milliarden Euro) in die Märkte, um die Wirtschaft zu stützen.

Anfang des Monats kündigte die Notenbank dann ein Zurückfahren der Anleihenkäufe noch im November an. Mit dem Anheben der Leitzinsen will die Fed aber noch bis voraussichtlich Ende 2022 warten.

In den vergangenen Monaten haben allerdings rapide steigende Verbraucherpreise für grosse Unruhe gesorgt. Die Inflationsrate stieg im Oktober im Jahresvergleich auf 6,2 Prozent und damit den höchsten Wert seit mehr als 30 Jahren. Fed-Chef Powell beteuerte wiederholt, es handle sich bei dem Inflationsanstieg um ein vorübergehendes Phänomen, das unter anderem auf die internationalen Lieferkettenprobleme zurückzuführen sei.

Powell war im Februar 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump als neuer Notenbankchef vereidigt worden. Trump hatte der vorherigen Fed-Chefin Janet Yellen eine zweite Amtszeit verweigert. Yellen ist inzwischen Finanzministerin.

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