Der Grossverteiler ruiniere die Bauern. Deshalb wird eine faire Partnerschaft zwischen der Migros und den Landwirten gefordert.
Milch Bauer
Milchbauern kommen oft kaum über die Runden. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Milchbauern fordern von der Migros eine faire Partnerschaft.
  • Ab September soll ein Milch-Nachhaltigkeitsprogramm in Kraft treten.
  • Dieses soll den Richtpreis um drei Rappen erhöhen.

Es waren nur wenige Bauern, das sich am Dienstagmorgen vor dem Hauptsitz der Migros Aare in Schönbühl BE einfand. Das lag nicht am Thema der Protestaktion, sondern daran, dass die Landwirte im Sommer alle Hände voll zu tun haben. Sie können nicht einfach an Aktionen teilnehmen, wie Berthe Darras von Uniterre gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Milchbauer Werner Locher forderte von der Migros eine faire Partnerschaft. Stattdessen ruiniere der Grossverteiler die Milchbauern. «Migros verteilt an jedem Schwingfest gratis Käppchen mit der Aufschrift Heimatliebe. Doch der Grossverteiler ruiniert die Bauern, die die Landschaft und Kultur dieser Heimat pflegen», sagte Locher.

10'000 Franken Minus

Ruedi Andres vom Bernisch-bäuerlichen Komitee rechnete vor: Die von der Migros-Milchverarbeiterin ELSA angekündigte Senkung macht für ihn ein Minus von rund 10'000 Franken pro Jahr aus. Er hoffe, dass die Migros ihren Entscheid überdenke, denn viele Bauern denken darüber nach, die Milchproduktion aufzugeben.

Migros-Milch-Nachhaltigkeitsprogramm ruiniert Bauern

Ab Anfang September kommt in der Schweiz der sogenannte Grüne Teppich zum Tragen. Es ist ein Milch-Nachhaltigkeitsprogramm, das den Produzenten einen Zuschlag von drei Rappen pro Liter bringt. Der Richtpreis steigt damit von 68 auf 71 Rappen.

Die Migros beteiligt sich gemäss Berli nicht daran, da sie bereits ein eigenes Nachhaltigkeitsprogramm hat. Mit ihren angekündigten Massnahmen mache die Migros den Nachhaltigkeits-Zustupf von drei Rappen gleich wieder zunichte.

«Wenn der Druck auf die Milcherzeuger, auf Preise und Produktionsanforderungen weiterhin so stark erhöht wird, können wir uns bald von unserer Schweizer Milchproduktion verabschieden», befürchtet Berli.

Er erinnerte daran, dass es vor 20 Jahren noch über 44'000 Milcherzeuger gab. Heute noch etwas mehr als 19'000, ein Rückgang um mehr als 50 Prozent.

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