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ABB profitiert von Rechenzentren-Boom und erhöht Ziele trotz Krieg

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Zürich,

Der Technologiekonzern ABB hat im ersten Quartal 2026 Aufträge in Rekordhöhe an Land gezogen. Nun erhöht das Management seine Jahresprognose – trotz Unsicherheiten durch den Iran-Krieg.

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ABB-Mitarbeiter während ihrer Arbeit. - keystone

«Das erste Quartal lief ziemlich genau nach Plan», sagte ABB-CEO Morten Wierod am Mittwoch in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. Trotz Nahostkonflikt habe sich das Kundenverhalten bisher nicht gross verändert. Insgesamt stieg der vergleichbare Umsatz um 11 Prozent auf 8,73 Milliarden Dollar.

Noch besser entwickelten sich die Aufträge, die zwischen Januar und März um 24 Prozent hochsprangen. Damit erreichte ABB erstmals in einem Quartal einen Auftragseingang von über 11 Milliarden Dollar. Die Nachfrage entwickelte sich in allen drei Geschäftsbereichen und allen drei Regionen positiv.

Besonderen Rückenwind erhielt das Schweizer Unternehmen im Geschäft mit Rechenzentren: Hier stiegen die Bestellungen sogar dreistellig. Auch die Nachfrage von Stromversorgern, Häfen und Schiffsbetreibern war laut dem Unternehmen stark. ABB ist in den Bereichen Elektrifizierung, Antriebstechnik und Automation tätig.

Mit der Entwicklung der Profitabilität zeigte sich die Geschäftsleitung ebenfalls zufrieden. Die operative Marge (EBITA) stieg im Startquartal auf 23,5 Prozent von 20,3 Prozent im Vorjahresquartal. Unter dem Strich blieb ein um gut ein Fünftel höherer Reingewinn von 1,32 Milliarden Dollar.

Angesichts der guten Marktlage erhöht ABB die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr 2026. Der Konzern peilt demnach neu ein vergleichbares Umsatzwachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich an. Die operative EBITA-Marge soll sich im Vergleich zum Vorjahr erhöhen.

Bislang strebte das Management ein Wachstum von 6 bis 9 Prozent und eine leicht höhere Marge an. Für das laufende zweite Quartal erwartet das Unternehmen ebenfalls ein Wachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich sowie eine höhere EBITA-Marge.

Der Iran-Krieg bereitet dem CEO dabei nur wenig Sorgen. «Die einzigen Auswirkungen haben wir bisher im Bereich Automation gespürt», sagte Wierod. Dort seien in den Vereinigten Emiraten punktuell Projekte verschoben worden, um die Sicherheit der Mitarbeitenden zu gewährleisten. Generell sei die Nachfrage aber intakt.

Ausserdem mache der Nahe Osten für ABB insgesamt nur rund 5 Prozent des Umsatzes aus. «Für unser globales Geschäft wird sich mehrheitlich nichts ändern», sagte der CEO. Die Voraussetzung sei, dass der Ölpreis nicht das Doppelte oder Dreifache erreiche.

Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten besonders beim Auftragseingang deutlich übertroffen. Die Experten hatte im Schnitt ein Auftragsvolumen von unter 10 Milliarden erwartet.

Die Aktie notiert in der Folge gegen Mittag um rund 3 Prozent im Plus. Im Verlauf des Morgens waren die Titel zeitweise um über 6 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 78,82 Franken gesprungen. Bereits zuvor hatte ABB im bisherigen Jahresverlauf mit einem Plus von über 25 Prozent die mit Abstand beste Aktienperformance im Schweizer Leitindex erzielt.

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