5 Fragen an DSM-Firmenich-CEO: Wie schweizerisch ist Ihre Firma?

Keystone-SDA
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Zürich,

DSM-Firmenich ist seit Donnerstag auch an der Schweizer Börse SIX kotiert. Im Interview mit AWP erklärt CEO Dimitri de Vreeze, warum er jetzt den Schritt nach Zürich wagt und warum sein Unternehmen anders ist als Givaudan, der andere grosse Schweizer Duftstoff- und Aromakonzern an der SIX.

DSM-Firmenich
Das Lago am Hauptsitz des Pharmaunternehmen dsm-firmenich im Industriegebiet von Kaiseraugst vom Dienstag, 19. Mai 2026 in Kaiseraugst im Kanton Aargau. - keystone

AWP: DSM und Firmenich haben 2023 fusioniert. Warum gehen Sie erst jetzt auch an die Schweizer Börse?

Dimitri de Vreeze: Wir haben mittlerweile den Portfolioumbau abgeschlossen und sind zufrieden mit dem Unternehmen, das wir aufgebaut haben. Wir wollen jetzt unsere Schweizer Wurzeln stärker betonen. Schweizer Investoren haben uns wiederholt signalisiert, dass ein SIX-Listing Voraussetzung für ein stärkeres Engagement sei. Durch die Kotierung wird nun auch die Aufnahme in Schweizer Aktienindizes möglich.

AWP: Ist DSM-Firmenich durch den Umbau schweizerischer geworden?

DdV: Ja, sicher. Grosse Teile des Konzerns befinden sich heute in der Schweiz. Die Divisionen Perfumery & Beauty sowie Health, Nutrition & Care sind in Genf respektive Kaiseraugst angesiedelt. Nur Taste, Texture & Health wird von den Niederlanden aus geführt. Die «Schwerkraft» des Unternehmens ist heute klar schweizerisch.

AWP: DSM-Firmenich erzielt mehr Umsatz als Givaudan, wird an der Börse aber tiefer bewertet. Warum?

DdV: Bei solchen Vergleichen muss man vorsichtig sein. Unser Portfolio ist anders. Wir sind stärker auf langfristige Trends wie gesunde Ernährung, Wellbeing und präventive Gesundheitsvorsorge ausgerichtet als die anderen grossen Anbieter der Branche wie Symrise, Givaudan oder International Flavors & Fragrances.

AWP: Können Sie uns ein Beispiel für das Spezielle an Ihrem Portfolio geben?

DdV: Zucker und Fett prägen oft den Geschmack von Lebensmitteln. Nimmt man sie weg, verändern sich auch die Textur und das Mundgefühl der Produkte. Um trotzdem die gleiche Konsistenz oder Cremigkeit zu erreichen, braucht es ein spezielles Know-how bei Aromen, Zutaten und Rezepturen. Genau dort verfügen wir über eine besondere Expertise. Auch bei Probiotika, Präbiotika und Nahrungsergänzungsmitteln sehen wir uns gut positioniert.

AWP: Marktkenner warnen vor einer zunehmenden Konkurrenz aus China. Teilen Sie diese Sorge?

DdV: Nein. Viele unserer Inhaltsstoffe sind hochspezialisiert und werden nur in vergleichsweise kleinen Mengen hergestellt. Bei solchen Spezialzutaten geht es weniger um Massenproduktion und Grössenvorteile, als um Know-how, Forschung und Biotechnologie. Gerade an einem Hochpreisstandort wie der Schweiz muss man auf Innovation und Spezialwissen setzen.

Kommentare

User #5443 (nicht angemeldet)

CEO-Lohn, Steuererleichterungen, Auslandproduktionsstätte, Sonderbonus und noch mehr Lohn.

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